Während Mitteleuropa mit Trockenheit und Hitze kämpft, macht Ostchina der Taifun Dolphin zu schaffen. In der ganzen Region traten Flüsse über die Ufer, Straßen entwickelten sich zu reißenden Bächen, Wohnungen und Geschäfte wurden überschwemmt. Insgesamt wurden in mehreren Städten mehr als eine Million Menschen in Sicherheit gebracht und Tausende Flüge gestrichen. Auch in Taiwan und Japan kam es zu Einschränkungen.Der Taifun, der bisher stärkste des Jahres, traf am Sonntag mehrmals an der Küste der Provinz Zhejiang südlich von Shanghai an Land. In der Spitze erreichte er eine Windgeschwindigkeit von 151 Kilometern in der Stunde. Am Montag schwächte er sich ab und wurde zum Tropensturm heruntergestuft.Regenrekorde und FlugstreichungenEin halbes Dutzend Wetterstationen in Shanghai und Zhejiang verzeichneten die stärksten Regenfälle innerhalb von 24 Stunden seit Beginn der Aufzeichnungen 1951. Die Wetterstation im Shanghaier Stadtteil Xujiahui verzeichnete bis sieben Uhr morgens am Montag 313 Millimeter Regen, der höchste Wert in den rund 150 Jahren seines Bestehens; Xujiahui war einst eine der ersten Wetterstationen in Fernost.Shanghai sprach für das Stadtzentrum zeitweise die höchste Warnstufe aus. Am Sonntag waren 80 Prozent aller Flüge gestrichen worden, am Montag waren es 40 Prozent. Insgesamt summierten sich die abgesagten Flüge an den beiden Flughäfen der Stadt auf mehr als 3000. Die Flughäfen in den Millionenstädten Ningbo und Wenzhou an der Küste Zhejiangs stellten am Sonntag den Betrieb ein, auch am Montag wurden viele Flüge gestrichen, ähnlich war die Situation in der Provinzhauptstadt Hangzhou. Der öffentliche Nahverkehr kam in der ganzen Region zeitweise zum Erliegen. Zuvor waren auch in Japan und Taiwan Hunderte Flüge gestrichen worden.In der Provinz Fujian weiter im Süden wurden knapp 170.000 Menschen aus Hochrisikozonen verlegt. In Shanghai betrafen die Maßnahmen mehr als 200.000 Menschen. Für die am härtesten getroffene Provinz Zhejiang lagen zunächst keine Zahlen vor.35 Prozent mehr HochwasserereignisseAm Montag sprachen die Behörden Wetter- und Flutwarnungen für die Küstenregionen weiter nördlich aus. Von Dienstag bis Donnerstag wurden für Peking starke bis extreme Regenfälle vorausgesagt. In der ganzen Region nehme die Gefahr vor Erdrutschen zu.China verzeichnet in diesem Jahr besonders starke Regenfälle mit Hunderten Toten. Die Zahl der Hochwasserereignisse liegt laut Behördenangaben um 35 Prozent höher als im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre. Im Juli kam es in der Provinz Guangxi in Südchina zu einem Dammbruch. In Hebei und Tianjin nahe Peking waren die Regenfälle im Juli so stark wie nie seit 1961. Andere Regionen in Zentral- und Westchina kämpften dagegen mit zu geringen Niederschlägen, die 20 bis 50 Prozent zu gering waren.Im Stadtzentrum Shanghais normalisierte sich die Situation am Montagnachmittag schnell. Zwischen den Art-déco-Hochhäusern gegenüber der Skyline trauten sich einige Influencer und Touristen wieder auf die Brücken, um Fotos zu schießen. Vor dem Wukang-Gebäude, einer bekannten Sehenswürdigkeit der Stadt, hatte den Autos das Wasser noch am Montagmorgen bis zur Felge gestanden, wie Aufnahmen in den sozialen Medien zeigten. Am Montagnachmittag schoben sich wieder Massen an inländischen Touristen über die Straßen. Nur einige Sandsäcke zeugten noch von den Wassermassen.
Taifun in Shanghai: Stärkster Regen seit 150 Jahren
In Shanghai brechen die Regenfälle Rekorde. Hunderttausende Menschen werden im Osten Chinas in Sicherheit gebracht, Tausende Flüge werden gestrichen. Jetzt rüstet sich Peking für Taifun Dolphin.











