Die Wirtschaft in Europa zeigt sich nach Einschätzung von Ökonomen zwar erstaunlich resilient gegenüber den Folgen des Iran-Krieges, gleichzeitig aber droht die extreme Hitze und Dürre in weiten Teilen des Kontinents das ohnehin nicht allzu große Wachstum zu gefährden.Optimistische Zahlen liefert zu Beginn dieser Woche die Nachrichtenagentur Bloomberg. Sie veröffentlicht eine Umfrage unter Wirtschaftswissenschaftlern, die für die Euro-Zone für dieses Jahr von immerhin 0,8 Prozent Wachstum ausgehen. Noch im Juli hatte deren Prognose nur bei 0,5 Prozent gelegen. Die Aufwärtskorrektur geht fast ausschließlich auf die stärkere Entwicklung zwischen April und Juni zurück. Das Bruttoinlandsprodukt legte in diesem Zeitraum um 0,4 Prozent und damit doppelt so stark wie prognostiziert. Für die kommenden Quartale ließen die Befragten ihr Wachstumsprofil unverändert.Die EU-Kommission erwartet bisher 1,1 Prozent, der Internationale Währungsfonds 0,9 Prozent – allerdings sind in diesen Schätzungen die Auswirkungen der Lage im Nahen Osten noch nicht voll berücksichtigt.Die auf nachhaltige Projekte spezialisierte niederländische Bank Triodos schreibt allerdings in einem dieser Tage veröffentlichten Bericht, dass die hitzebedingten Störungen das Bruttoinlandsprodukt der EU in diesem Jahr um etwa ein Prozent schmälern könnten. Das entspreche wirtschaftlichen Einbußen von rund 180 Milliarden Euro. Hauptgrund dafür sei eine geringere Arbeitsproduktivität. Allein diese dürfte das EU-BIP um etwa 0,6 Prozent drücken. Die landwirtschaftliche Produktion wird dem Bericht zufolge voraussichtlich um drei bis sieben Prozent zurückgehen.„Höhere Lebensmittelpreise, eine eingeschränkte Stromerzeugung und höhere Strompreise sowie Beeinträchtigungen im Straßen-, Schienen- und Binnenschiffsverkehr vergrößern den Schaden“, erklärte die Bank. Am stärksten dürfte Frankreich betroffen sein. Dort könnten wiederkehrende Hitzewellen das BIP um etwa 1,4 Prozent verringern und die Wirtschaftsleistung im Gesamtjahr um 0,6 Prozent schrumpfen lassen. Auch Italien, Spanien und Belgien drohten erhebliche Verluste. Länder wie Polen, die weniger außergewöhnlich heiße Tage verzeichneten, seien voraussichtlich weniger stark betroffen.
Europas Wirtschaft: Hitze und Dürre gefährden Wachstum
Europas Wirtschaft zeigt Wachstum, doch Hitze und Dürre reduzieren Produktivität.











