PfadnavigationHomeNewstickerDPAInfolinePolitik (Inland)Drohnenabwehreinheit der Bundespolizei wird deutlich größerStand: 14:55 UhrLesedauer: 4 MinutenDie Drohnenabwehreinheit der Bundespolizei wurde im Dezember in Dienst gestellt. (Archivfoto)Quelle: Carsten Koall/dpaDass Deutschland bei der Abwehr von Drohnen vorankommen muss, war schon vor dem bedrohlichen Fund am Flughafen Leipzig/Halle klar. Jetzt soll eine kürzlich dafür aufgestellte Einheit wachsen.Nach der Entdeckung einer Sprengstoff-Drohne am Flughafen Leipzig/Halle soll die neue Drohnenabwehreinheit der Bundespolizei deutlich größer werden als bisher geplant. Bundesinnenministerin Alexander Dobrindt (CSU) werde eine Weisung an die Bundespolizei geben, wonach die Einheit auf 300 Kräfte anwachsen soll, sagte eine Sprecherin des Ministeriums. Statt vier Standorten seien nunmehr acht Standorte geplant, «um schnell und flexibel bei Bedarf vor Ort zu sein». Zuerst hatte «Bild» über die geplante Erweiterung berichtet.Profis am WerkAm späten Dienstagabend vergangener Woche war auf dem Flughafen Leipzig/Halle in der Nähe ukrainischer Transportflugzeuge eine mit Sprengstoff und Zünder bestückte Drohne entdeckt worden. Zudem war ein Flugzeug mit einem unbekannten kleineren Flugobjekt kollidiert - möglicherweise einer zweiten Drohne. Die Bundesanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts des versuchten Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und des gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr. Zu Fortschritten bei den Ermittlungen und möglichen Verbindungen zu früheren Operationen mit Bezügen zu Russland äußerte sich die Bundesregierung nicht. Überzeugt ist man in Sicherheitskreisen aber schon jetzt, dass die Drohne von einem Profi mit technischem Sachverstand umgebaut wurde.Explosion in Leipzig vor zwei JahrenIm Juli 2024 entzündet sich im DHL-Logistikzentrum in Leipzig ein Luftfrachtpaket. Sicherheitskreise gehen davon aus, dass das Paket im Auftrag Russlands platziert war. Deutschland entging damals vermutlich nur knapp einem Flugzeugabsturz. Es sei einem Zufall zu verdanken, dass das Paket nicht während des Fluges in Brand geraten sei, so der damalige Verfassungsschutz-Präsident Thomas Haldenwang.Neue Einheit der Bundespolizei existiert erst seit DezemberAls Reaktion auf die gestiegene Bedrohung - vor allem durch Russland - hat Dobrindt im Dezember 2025 eine neue Einheit in Dienst gestellt, die unbemannte Luftfahrzeuge aufspüren, abfangen und gegebenenfalls auch abschießen soll. Die Kräfte sind an Flughäfen, in der Bundeshauptstadt und bundesweit in der Nähe sicherheitsrelevanter Objekte stationiert, um möglichst rasch am Einsatzort sein zu können.Ursprünglich bis zu 130 Spezialkräfte geplant