Man solle ein Buch nicht nach seinem Cover beurteilen – so ein englisches Sprichwort. Doch im digitalen Zeitalter wird die Optik eines Buches immer wichtiger: Kaufentscheidungen werden auch nach dem Aussehen getroffen.Wer in letzter Zeit ein Buchgeschäft betreten hat, dem dürfte aufgefallen sein, dass die geflügelte Auszeichnung „Bestseller“ Gesellschaft bekommen hat – „Bekannt durch BookTok“ lautet das neue Zauberwort. BookTok – so wird jene Ecke auf der Kurzvideo-Plattform TikTok genannt, in der man sich über Bücher austauscht.Mittlerweile zählt der Hashtag #BookTok über 83 Millionen Beiträge. Eine Bewegung, die sich längst auch in Zahlen niederschlägt und die man getrost als „den BookTok-Effekt“ bezeichnen kann.

BookTok nimmt mittlerweile massiven Einfluss auf den Buchmarkt und das Design von modernen Buchumschlägen.

© IMAGO/Jessica Gow/TT

Der Faktor Tiktok

Laut einer Studie des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels aus dem Jahr 2023 stieg die Kaufintensität bei den 16- bis 29-Jährigen zwischen 2017 und 2022 um rund 24 Prozent. Bei den 16- bis 19-Jährigen waren es sogar fast 60 Prozent – mehr als jeder vierte für Bücher ausgegebene Euro ging in dieser Altersgruppe auf Empfehlungen in sozialen Netzwerken zurück. Welche Kraft die BookTok-Community inzwischen entfaltet, zeigt auch der Erfolg der BookTokerin und Autorin Eva Pramschüfer, der rund 28.000 Menschen auf der App folgen. Ihr Debüt „Weißer Sommer“, erschienen im April, ist inzwischen ein Bestseller.Doch bei den digitalen Buchbesprechungen geht es nicht nur um die inneren Werte des Buches – das Cover selbst wird inzwischen ganz selbstverständlich zur Bewertungsgrundlage. Farbschnitte, Goldfolien, Prägungen, Sonderausgaben mit Spezialeffekten: All das lässt Bücher zu Sammlerstücken werden, die sich besonders gut im Video machen.