Am Mittwoch um 20.08 Uhr verdeckt der Mond über Berlin 85 Prozent der Sonne. Und die meisten Berliner werden das kaum bemerken.Nicht wegen der Wolken. Sondern weil 85 Prozent physikalisch deutlich weniger sind, als sie klingen.Die Stadt bereitet sich trotzdem vor. Pappbrillen sind ausverkauft, auf den Anhöhen werden ab dem frühen Abend Decken ausgebreitet, in den sozialen Netzwerken kursieren Bilder von Landschaften in bläulicher Dämmerung.Diese Bilder stammen aus dem Schattenpfad. Der verläuft am Mittwoch über Island und Nordspanien.
Sonnenfinsternis Berlin: Die Uhrzeiten am 12. August 2026
Los geht es um 19.15 Uhr. Das Maximum ist um 20.08 Uhr erreicht, um 20.38 Uhr ist Schluss. Macht 83 Minuten.Im Maximum bleibt eine schmale Sichel übrig. Im Südwesten, entlang der Linie Freiburg bis Bodensee, sind es bis zu 90 Prozent Bedeckung.Das ist historisch durchaus etwas. Nach Angaben des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt wird ein derart hoher Bedeckungsgrad in Deutschland erst am 13. Juli 2075 wieder erreicht. Die nächste partielle Finsternis am 2. August 2027 kommt auf gerade einmal 20 Prozent.
85 Prozent Bedeckung: Wie dunkel wird es wirklich?
Kaum merklich. Das liegt an zwei Dingen, und beide arbeiten gegen die Vorfreude.Erstens die Rechnung. Bleiben 15 Prozent der Sonnenscheibe frei, sinkt deren Leistung auf etwa ein Sechstel. Das klingt nach viel, ist aber ein Rückgang um rund zwei Größenklassen. Zum Vergleich: Zwischen einem Sommermittag und einem verhangenen Novembertag liegen mehr als das.Zweitens das Auge. Es misst Helligkeit logarithmisch und rechnet Unterschiede permanent klein. Genau deshalb kommt man abends aus einem Kino und wundert sich, wie hell es draußen noch ist.












