Sagenhafte 700 Milliarden Euro darf Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius bis zum Jahr 2030 ausgeben, um die lange vernachlässigte Bundeswehr zu sanieren, zusätzliche Soldaten einzustellen und das Waffenarsenal auf Stand zu bringen. Der allergrößte Teil des Geldes stammt aus Krediten, es ist ein Modernisierungs-, Konjunktur- und Schuldenprogramm, wie es das Land noch nicht gesehen hat. Wohl kein Ökonom hat sich mit der Frage, wie Deutschland zugleich verteidigungsfähig werden und die Wachstumskrise überwinden kann, so intensiv beschäftigt wie Moritz Schularick. Der 51-Jährige leitet seit 2023 das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW), eines der führenden deutschen Forschungshäuser. Gemeinsam mit seinen Ökonomenkollegen Clemens Fuest, Jens Südekum und Michael Hüther konzipierte er nach der Bundestagswahl 2024 jene Ausnahmeregel von der Schuldenbremse, die Union, SPD und Grüne schließlich übernahmen und die die hohen Rüstungsausgaben überhaupt erst ermöglichen.
„Das 700-Milliarden-Programm droht zu verpuffen“
Der Ökonom Moritz Schularick hält nichts von den Plänen der Bundesregierung für die Bundeswehr. Für die Modernisierung müsse gezielt in Waffensysteme der Zukunft investiert werden – und nicht in alte Kriegstechnik wie Panzer, Kampfjets und Fregatten.









