Wer beim ZDF-Sommerinterview mit Linken-Co-Chef Luigi Pantisano auf einen Partisanen gehofft hatte, wurde enttäuscht. Keine neuen wüsten Vergleiche zwischen CDU und AfD, kein wildes Umsichschlagen. Pantisano hat offenbar gelernt, wie man ein Interview übersteht. Seine Aussage vor der Wahl zum Parteichef, zwischen einer CDU, die „faschistische Politik“ mache, der AfD und Faschisten gebe es keinen Unterschied, nennt er inzwischen artig „falsch“.
Das heißt allerdings nicht, dass er auf klar gestellte Fragen auch klare Antworten gibt. Eher hat er gelernt, kontrollierter um sie herumzureden. Wer soll in Berlin mit der Linken regieren, wenn SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach ihre Enteignungspläne ablehnt? „Unser entscheidender Koalitionspartner sind die Berlinerinnen und Berliner.“ Würde die Linke der angegriffenen Ukraine Flugabwehr liefern? Erst einmal müsse Diplomatie den Krieg beenden. Braucht Deutschland nach dem Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig/Halle eine bessere Drohnenabwehr? Das müssten Experten sagen.
„Keine Krise von fehlendem Wohnraum“
Vor allem beim Wohnen gerät dabei einiges durcheinander. Als Vorbild nennt Pantisano Wien. Billig ist das Modell nicht: Die städtische Wohnungsgesellschaft „Wiener Wohnen“ schloss 2025 trotz 1,29 Milliarden Euro Umsatz mit einem Verlust von gut 78 Millionen Euro ab. Sie schreibt selbst, dass niedrige Mieten und der hohe Sanierungsbedarf dazu führen, dass die notwendigen Ausgaben die Einnahmen übersteigen. Hinzukommen Kredite von mehr als einer halben Milliarde Euro.











