Im Berliner Wahlkampf tobt der Streit über Enteignungen. SPD-Spitzenkandidat Krach hat sich nun mit einem provokativen Slogan vor das Russische Haus gestellt. Er bleibt allerdings im Unklaren, wie ernst es ihm damit ist.

09.08.2026, 14.38 Uhr

Berliner SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach

Im Wahlkampf in Berlin sind mögliches Enteignungen von Immobilienfirmen ein großes Thema , für die in Umfragen vorn liegende Linke sind sie eine Bedingung für eine Regierungsbeteiligung – die SPD lehnt sie dagegen rundweg ab. Steffen Krach, Spitzenkandidat der Sozialdemokraten, hat das Thema nun in sozialen Medien auf seine Weise in den Wahlkampf eingebracht: So ließ er sich fotografieren vor dem Russischen Haus in der Friedrichstraße. In seinen Händen hielt er ein Plakat mit der Aufschrift: »Hier können wir enteignen, liebe Linke! Seid ihr dabei?«

Das Russische Haus gilt als umstritten. Offiziell als Kulturzentrum geführt, wurden zuletzt Informationen öffentlich, wonach die Einrichtung von russischen Geheimdiensten als Tarnung genutzt werde. Über entsprechende Unterlagen des französischen Geheimdienstes berichteten der WDR und die »Süddeutsche Zeitung« . Betrieben wird die Einrichtung von der russischen Regierungsagentur »Rossotrudnitschestwo«, die zum Außenministerium in Moskau gehört. Eine mögliche Enteignung würde also den russischen Staat betreffen.