Drei Jahre altes Kind und Großeltern sterben bei AngriffDer ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat weitere Einzelheiten zu nächtlichen russischen Luftangriffen veröffentlicht. Seinen Angaben zufolge kamen in einem Wohnhaus in der Ortschaft Puchiwka im Gebiet Kiew ein drei Jahre altes Kind sowie dessen Großmutter und Großvater ums Leben. Bei einem weiteren Angriff – Selenskyj spricht von einem sogenannten „Doppelschlag“ – seien zudem die Eltern und der fünfzehn Jahre alte Bruder des getöteten Kindes sowie ein Nachbar verletzt worden. Russland hat Kiew in der Nacht nach ukrainischen Angaben mit sechs ballistischen Raketen angegriffen. Abermals konnte keine einzige Rakete abgefangen werden. 135 russische Drohnen wurden demnach abgefangen. Ukraine kauft US-Artillerieraketen in der Türkei Die Ukraine kauft in der Türkei ein größeres Paket mit in Amerika produzierten Artilleriewaffen, das auch 70 Raketen des Typs ATACMS umfasst. Zu dem Geschäft gehören weiter 12 Mehrfachraketenwerfer M270, mehr als 2.500 Artillerieraketen vom Kaliber 227 Millimeter mit Streumunition sowie 47.000 Artilleriegranaten 203 Millimeter mit Streumunition, wie das ukrainische Militärportal „Militarnyj“ berichtet.Es stützt sich dabei auf die offizielle Mitteilung des US-Außenministeriums an den Kongress zu dem geplanten Weiterverkauf. Demnach befürwortet Washington das Geschäft im Umfang von 283 Millionen US-Dollar. Es gilt als genehmigt, wenn die Parlamentskammern Senat und Repräsentantenhaus nicht binnen 30 Tagen widersprechen. Die Türkei wolle Waffen älterer Bauart verkaufen, hieß es. Die Ukraine wiederum könne ihre Feuerkraft bei der Abwehr des russischen Angriffskrieges damit verstärken. Die verkauften ATACMS-Raketen der Modifikation M39 haben eine Reichweite von 165 Kilometern. Die USA haben der Ukraine solche Kurzstreckenraketen bereits geliefert; die amerikanische Regierung unter Joe Biden hatte aber lange gezögert, den Einsatz auch gegen Ziele auf russischem Gebiet zuzulassen. Mit solchen Raketen kann die ukrainische Armee Truppenansammlungen und Kommandostellen der Russen im Rückraum der Front angreifen. Klaus BardenhagenVerletzte in russischer Grenzstadt und in OdessaDurch einen ukrainischen Drohnenangriff auf die grenznahe russische Großstadt Belgorod sind nach Behördenangaben mindestens 13 Menschen verletzt worden. Vier Wohnblocks seien beschädigt worden, teilte der Gouverneur der Region, Alexander Schuwajew, auf Telegram mit.Angaben zu den militärischen Zielen des Angriffs gab es nicht. Belgorod ist allerdings der logistische Knotenpunkt zur Versorgung der russischen Truppen, die die ukrainische Großstadt Charkiw beschießen und im Industriegebiet Donbass angreifen. Deshalb wird Belgorod immer wieder angegriffen, was auch die Energieversorgung und andere zivile Objekte in Mitleidenschaft zieht. Russische Behörden meldeten außerdem ukrainische Drohnenangriffe auf Noworossijsk und Gelendschik am Schwarzen Meer.Zugleich wurden durch russischen Raketenbeschuss auf die südukrainische Hafenstadt Odessa in der Nacht mindestens sechs Menschen verletzt, wie Stadtchef Serhij Lyssak auf Telegram mitteilte.Klaus BardenhagenTürkei: Angriffe im Schwarzen Meer stoppenNach mehreren Angriffen auf Handelsschiffe hat die Türkei von Russland und der Ukraine einen vorläufigen Stopp der Angriffe im Schwarzen Meer gefordert. Außenminister Hakan Fidan verlangte am Samstag in einem Interview mit der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu „die Einrichtung eines Mechanismus, um die Vereinbarung eines Moratoriums zu ermöglichen“.„Der Konflikt hat sich auf das gesamte Schwarze Meer ausgeweitet“, sagte Fidan zur Begründung. Das Ziel der Angriffe seien erst Häfen und Kriegsschiffe gewesen, mittlerweile würden „ohne Unterschied“ auch Handelsschiffe angegriffen. Auch türkische Schiffe und Schiffe unter türkischer Flagge seien schon betroffen gewesen.Am Montag waren im Schwarzen Meer zwei Schiffe türkischer Reeder mit Drohnen angegriffen worden, mehrere Besatzungsmitglieder wurden dabei verletzt. Die Türkei hatte die Angriffe am Dienstag verurteilt und vor einer weiteren Gefährdung der zivilen Schifffahrt gewarnt.Irem YildirimSelenskyj: Putin will Hunderttausende heimlich mobilisieren Kremlchef Wladimir Putin ist nach Ansicht des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bereit zu einer weiteren Steigerung seines Angriffskriegs gegen das Nachbarland. Mit einer möglichen neuen Massen-Mobilmachung sollte eventuell auch Europa unter Druck gesetzt werden, sagte Selenskyj in einem Interview mit ukrainischen Sendern.Nach einer versteckten Einberufung von hunderttausenden Russen zum Militärdienst könnten diese Streitkräfte nicht nur für den Krieg in der Ukraine, sondern auch zur psychologischen Beeinflussung europäischer Länder vorgesehen sein. „Wozu? Um zu zeigen, dass ich im Herbst eine halbe Million Menschen mobilisieren werde. Und diese halbe Million werde ich nicht unbedingt nur in der Ukraine einsetzen“, erläuterte Selenskyj. Die mit Sprengstoff beladene Drohne, die in der Nähe einer Gaspipeline in Bulgarien explodiert ist, stammt nach Angaben der bulgarischen Regierung wahrscheinlich aus der Ukraine. Lesen Sie hier die ganze Nachricht:Serbien und Ukraine streben Freihandelsabkommen anDie Präsidenten Serbiens und der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj und Alexander Vučić, haben am Samstag in Belgrad auf einer Pressekonferenz anlässlich des Besuchs des ukrainischen Präsidenten eine engere Zusammenarbeit ihrer Länder angekündigt. Unter anderem soll bis Jahresende ein Freihandelsabkommen zwischen beiden Staaten unterschriftsreif sein.Zudem bestätigten die beiden Präsidenten, dass Belgrad und Kiew einander bei der Annäherung an die Europäische Union unterstützen wollen. Eine Zusammenarbeit im militärischen Bereich sei nicht geplant, betonte der serbische Präsident. „Unsere Zusammenarbeit weitet sich aus und wird viel größer werden“, sagte Vučić.Selenskyj: USA liefern weniger Raketen für Patriots als in den VorjahrenOffenbar liefern die USA in diesem Jahr monatlich weniger Flugabwehrraketen an die Ukraine als in den Jahren zuvor. Dies äußerte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bei einer Pressekonferenz in Belgrad. Es gebe zwar eine Vereinbarung über die monatliche Lieferung von Abfangraketen für Patriot-Systeme, die Menge sei aber aktuell nicht ausreichend. Selenskyj nannte keine genauen Zahlen. Er äußerte darüber hinaus die Hoffnung, dass Deutschland oder Polen weitere Hilfe leisten könnten. Drohne dringt im Luftraum Bulgariens ein Im Luftraum des NATO- und EU-Mitgliedstaates Bulgarien ist eine Drohne eingedrungen. Das Flugobjekt sei auf bulgarischem Staatsgebiet in einer Entfernung von 100 Metern von der rumänischen Grenze explodiert, sagte Ministerpräsident Rumen Radew nach einer Sitzung des Sicherheitsrates bei der Regierung in Sofia. Die Drohne hatte demnach eine Großmenge Sprengstoff.Teams der bulgarischen Grenzpolizei und des Verteidigungsministeriums des Landes seien dabei, die Herkunft der Drohne festzustellen, sagte Radew weiter. Es gebe keine Verletzten und auch keine Sachschäden. Trauerfeier für Olexij Jukow In der Wolodymyrkathedrale im Kiewer Zentrum haben hunderte Menschen dem getöteten ukrainischen Freiwilligen Olexij Jukow gedacht. Seine Gruppe „Brückenkopf“ barg an der Front die Leichen gefallener Soldaten. Am Mittwoch kam er bei einer Suchmission ums Leben. Hunderte Menschen nahmen in der Kathedrale am offenen Sarg Abschied. Jukow und seine Gruppe waren in der Ukraine bekannt, insbesondere unter Soldaten. Angehörige von „Vermissten“ verbinden mit den Suchaktionen die Hoffnung auf eine würdevolle Bestattung. Jukow selbst sprach öffentlich davon, die „Seelen der Gefallenen“ nach Hause zu holen. Seit 2014 widmete er sich der Bergung von Leichnamen des Krieges in der Ukraine. Zuvor barg er Gebeine von Gefallenen der Weltkriege. Mathias PeerRussland meldet Verletzte nach Drohnenangriff auf ÖlraffinerieBei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die Ölraffinerie Ilski in der südrussischen Region Krasnodar sind örtlichen Behörden zufolge fünf Menschen verletzt worden. Auf dem Gelände sei ein Feuer ausgebrochen, teilten die Behörden mit. Zudem wurden Drohnenangriffe auf eine Industrieanlage in der russischen Region Samara gemeldet, wie der dortige Gouverneur mitteilte. Das Unternehmen wird nicht namentlich genannt. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, die Luftabwehr habe in der Nacht 397 ukrainische Drohnen über mehreren Regionen zerstört. Die Angaben der beiden Kriegsparteien können von unabhängiger Seite nicht überprüft werden.Mathias PeerDrei Tote bei Luftangriffen auf Vorort von KiewBei neuen russischen Luftangriffen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew und deren Umgebung sind nach Behördenangaben mindestens drei Menschen getötet und mehrere verletzt worden. Unter den drei Todesopfern im östlichen Vorort Browary sei auch ein Kind, schrieb das Nachrichtenportal „The Kyiv Independent“ unter Berufung auf Kiews Militärgouverneur Tymur Tkatschenko. Bei der Attacke seien auch zwei Erwachsene und ein Kind verletzt worden. Zudem wurden dem Bericht zufolge ein Wohnhaus, mehrere andere Gebäude und auch Autos beschädigt. Bei der nächtlichen Welle von Angriffen auf ukrainische Städte kamen demnach neben ballistischen Raketen auch Drohnen und Gleitbomben zum Einsatz.Mathias PeerHeftige Explosionen und Brände in Kiew nach LuftalarmIn zwei Bezirken der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind nach einem Luftalarm Brände ausgebrochen. Das teilte die Stadtverwaltung mit. Reporter berichteten von mehreren heftigen Explosionen. Hannah SturmSelenskyj trifft Vucic Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat bei seinem ersten Besuch seit Beginn des Ukrainekriegs in Serbien seinen Amtskollegen Aleksandar Vucic getroffen. Nach seiner Ankunft in Belgrad am Freitagabend traf Selenskyj den serbischen Staatschef zu einem Abendessen. Vucic erklärte anschließend, er sei überzeugt, der Besuch werde zur Entwicklung der Beziehungen und zur stärkeren Zusammenarbeit beider Länder beitragen. Serbien ist traditionell eng mit Russland verbunden.Offizielle Gespräche der beiden Präsidenten sind für Samstag im Präsidentenpalast geplant. Anschließend wollten sie nach Angaben des serbischen Präsidialamts vor die Presse treten. Selenskyj kündigte zudem Gespräche mit Regierungschef Djuro Macut an.Themen seien eine Ausweitung der wirtschaftlichen Beziehungen, die Beziehungen zur EU und „Sicherheitsfragen“, erklärte Selenskyj im Onlinedienst X. Vucic hatte bereits zuvor gesagt, es solle auch um die Zusammenarbeit im Energiebereich gehen.Der Besuch ist politisch heikel: Serbien gilt als eines der Moskau am nächsten stehenden Länder Europas und ist stark von russischen Gaslieferungen abhängig. Den wegen des Angriffskriegs gegen die Ukraine verhängten westlichen Sanktionen gegen Russland hat sich Belgrad nicht angeschlossen. Mehr ladenTickarooLive Blog Software
Ukraine-Liveticker: Ukraine kauft US-Artillerieraketen in der Türkei | FAZ
Paket umfasst auch 70 ATACMS-Rakten +++ Verletzte in russischer Grenzstadt und in Odessa +++ Selenskyj: Putin will heimlich Hunderttausende mobilisieren +++ alle Neuigkeiten im Liveblog







