PfadnavigationHomePanoramaKriminalitätRandaleHotel-Eklat um Freibergs Oberbürgermeister – „Große menschliche Tragödie“Stand: 13:32 UhrLesedauer: 2 MinutenIn Leipzig soll ein Mann in einem Hotel randaliert und sich der Polizei widersetzt haben. Zwei Beamte wurden verletzt. Ob es sich um Philipp Preißler, Oberbürgermeister von Freiberg, handelt, ist laut Polizei noch unklar.Nach dem Hotel-Eklat um Freibergs Oberbürgermeister Philipp Preißler wächst der Druck auf den Politiker. Während gegen den Mann aus dem Polizeieinsatz ermittelt wird, fordern Stadträte schnelle Aufklärung und stellen Fragen zu seiner Rückkehr ins Rathaus.Freibergs neuer Oberbürgermeister Philipp Preißler (Freie Wähler) ist in einen Polizeieinsatz verwickelt gewesen. Die Polizeidirektion Leipzig berichtete, dass in der Stadt am Donnerstag ein Mann in einem Hotelzimmer randaliert und Gegenstände aus dem Fenster geworfen habe. Als die Polizei eingriff, habe der Mann zwei Beamte leicht verletzt. Anschließend wurde der Randalierer in ein Krankenhaus gebracht. Ermittelt wird nun wegen Sachbeschädigung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte.Eine Sprecherin der Stadt Freiberg bestätigte am Sonntag, dass Preißler an dem Vorfall beteiligt gewesen sei. Was er genau gemacht habe und inwieweit gegen ihn ermittelt werde, dazu verwies sie an die Polizei. Ein Sprecher der Polizeidirektion Leipzig wollte auf Anfrage nichts zur Identität des Beschuldigten sagen. Auch zu der Frage, ob bei dem Vorfall Alkohol oder Drogen im Spiel waren, äußerte er sich nicht. Über den Fall hatten zunächst „Bild“ und die „Freie Presse“ berichtet.Preißler selbst war telefonisch nicht zu erreichen, eine E-Mail-Anfrage blieb unbeantwortet. Er hatte sich im Herbst bei der Oberbürgermeisterwahl im zweiten Wahlgang mit knapp 46 Prozent gegen drei Konkurrenten durchgesetzt. Wegen einer Anfechtung der Wahl hatte er das Amt aber erst Ende Juni antreten können. Aktuell sei er im Urlaub, hieß es seitens der Stadt. Daher sei er bei dem Vorfall auch nicht dienstlich, sondern privat in Leipzig gewesen.Forderung nach AufklärungDie Freien Wähler in Freiberg äußern sich auf Facebook „tief betroffen“ über den Vorfall. Ein solches Verhalten sei inakzeptabel und stehe im Widerspruch zu Preißlers bisherigem öffentlichen Auftreten. Er befinde sich offensichtlich in einer schwierigen persönlichen Situation. Möglicherweise sei die Hängepartie um die Amtsübernahme eine erhebliche persönliche Belastung gewesen.Lesen Sie auch„Nicht jeder Mensch ist in der Lage, ständigen Anfeindungen bis hin in den persönlichen Bereich und auch gelegentlichem Mobbing gelassen zu begegnen“, befindet die im Stadtrat vertretene Wählervereinigung „Bürger für Freiberg“. Sie sprach auf Facebook von einer „großen menschlichen Tragödie“. „Was treibt einen Menschen zu solchen Taten, welche Einflüsse haben auf ihn eingewirkt? Wir wissen es nicht.“CDU-Stadtrat will alle Details wissenDer Stadtrat müsse zeitnah über alle Umstände informiert werden, fordert der Chef der CDU-Fraktion, Steve Ittershagen, auf Facebook. Der Vorfall könne „angesichts des Amtes von Herrn Preißler nicht ohne Auswirkungen auf die Stadt Freiberg betrachtet werden“. Dafür brachte er eine Sondersitzung des Stadtrates ins Gespräch. Auch müsse kurzfristig geklärt werden, ob und in welchem Umfang der Oberbürgermeister seine Amtsgeschäfte wahrnehmen könne.dpa/krö