Nach der Randale in einem Leipziger Hotel ist gegen Freibergs Oberbürgermeister Philipp Preißler (Freie Wähler) ein Verbot zur Ausübung der Dienstgeschäfte ausgesprochen worden. Das sagte der Landrat des Landkreises Mittelsachsen, Sven Krüger. Der entsprechende Bescheid werde noch am Montag zugestellt. Bürgermeister Martin Seltmann übernehme die Amtsgeschäfte.Der Entscheidung für das Verbot gingen laut Krüger Beratungen mit der sächsischen Landesdirektion und der Stadt Freiberg voran. Mit dem Verbot wolle man Preißler als Person schützen, da das Ermittlungsverfahren andauern werde, und eine klare Regelung für die Stadt finden. In den nächsten Tagen werde zusätzlich ein Disziplinarverfahren gegen den 41-Jährigen eingeleitet, kündigte Krüger an.Am vergangenen Donnerstag hatte laut Mitteilung der Polizei ein Mann in einem Leipziger Hotelzimmer randaliert und Gegenstände aus dem Fenster geworfen. Als die Polizei eingriff, habe er zwei Beamte leicht verletzt. Der Randalierer wurde in ein Krankenhaus gebracht. Ermittelt wird nun wegen Sachbeschädigung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte. Zu Medienberichten, wonach bei dem Vorfall Alkohol oder Drogen im Spiel waren, äußerte sich die Polizei nicht. Stadt bestätigte Beteiligung Eine Sprecherin der Stadt hatte bestätigt, dass Preißler an dem Vorfall beteiligt gewesen sei. Aktuell sei er im Urlaub, hieß es seitens der Stadt. Daher sei er bei dem Vorfall auch nicht dienstlich, sondern privat in Leipzig gewesen.Empfohlener redaktioneller Inhalt An dieser Stelle finden Sie einen von unseren Redakteuren ausgewählten, externen Inhalt, der den Artikel für Sie mit zusätzlichen Informationen anreichert. Sie können sich hier den externen Inhalt mit einem Klick anzeigen lassen oder wieder ausblenden. Externen Inhalt anzeigen Ich bin damit einverstanden, dass mir der externe Inhalt angezeigt wird. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu erhalten Sie in den Datenschutz-Einstellungen. Diese finden Sie ganz unten auf unserer Seite im Footer, sodass Sie Ihre Einstellungen jederzeit verwalten oder widerrufen können. Der Landrat war bis Mai vergangenen Jahres selbst Freiberger Oberbürgermeister. Er hatte das Amt für seinen neuen Posten aufgegeben. Preißler hatte sein OB-Büro geleitet. „Ich habe schon längere Zeit zu ihm keinen Kontakt mehr finden können“, berichtete Krüger. Das gehe offensichtlich auch anderen Personen so.Der Landrat sprach von einer für ihn persönlich nicht zu erklärenden Ausnahmesituation. „Das Verhalten und das, was bislang bekannt ist über den Polizeieinsatz in Leipzig, ist für mich nicht zu entschuldigen“, sagte er. Preißler nahm kurz nach Amtsantritt Jahresurlaub Bürgermeister Seltmann, der nun die Amtsgeschäfte übernahm, hatte bis zu Preißlers Amtsantritt im Juni schon gut ein Jahr die Geschäfte des Oberbürgermeisters geführt. Preißler selbst war telefonisch nicht zu erreichen. Er hatte sich zwar schon im vergangenen Herbst bei der OB-Wahl im zweiten Wahlgang mit knapp 46 Prozent gegen drei Konkurrenten durchgesetzt. Wegen einer Anfechtung der Wahl hatte er das Amt aber erst Ende Juni antreten können.Kurz nach seinem Amtsantritt hat er Urlaub genommen. Seinen letzten Diensttag habe Preißler am 10. Juli gehabt, sagte Seltmann. „Er hat uns in einer E-Mail informiert, dass er aus persönlichen Gründen seinen Jahresurlaub vorziehen muss.“Die Freien Wähler Freiberg äußerten sich in einem Beitrag auf Facebook „tief betroffen“ von dem Vorfall. „Besonders tragisch ist, dass das dabei bekannt gewordene Verhalten in deutlichem Widerspruch zu seinem bisherigen öffentlichen Auftreten steht“, heißt es dort. Preißlers Partei zufolge könnte die lange Hängepartie nach der Wahl „mit erheblichen persönlichen Belastungen verbunden“ gewesen sein. (dpa/Tsp)