„Kennst du das Land, wo die Zitronen blüh’n“, schreibt Goethe in „Wilhelm Meisters Lehrjahre“ nach seinem Italienaufenthalt – heute ein geflügeltes Wort. Er spielt darin auf die Italiensehnsucht der Deutschen an, mit Rom, der ewigen Stadt, als Gipfelpunkt des Erreichbaren. Unter der ironischen Verballhornung „Wo die Citronen glüh’n“ präsentieren Stipendiaten der Villa Massimo in Weimar ihre Arbeiten, die während des zehnmonatigen Aufenthalts entstanden sind.
Am Römischen Haus wurde das Festival eröffnet. Das an einen römischen Tempel erinnernde Gartenhaus des Weimarer Großherzogs Carl August bot die passende Kulisse für ein Gastspiel zwischen Rom und Weimar. Den Bau hatte Goethe als Spiritus Rector angeregt. Er steht an einer Hangkante des Ilmparks, erhaben über der lieblichen Landschaft. Zitronen aus dem Garten der Villa Massimo vollendeten das Bild, das bleiben wird.
Goethe legte mit seiner Italienreise und dem dort gewonnenen Blick auf die Antike den Grundstock für die Weimarer Klassik. Dichter und Philosophen zog es am Ende des 18. Jahrhunderts an den kleinen Fürstenhof in Thüringen. Als „Goldenes Zeitalter“ ging diese Periode mit ihm als Fixstern in die Geschichte ein. Das wirkt bis in die Gegenwart nach.









