Wie kommen Menschen auf die Idee, Gipfel zu besteigen, auch wenn das anstrengend und manchmal sogar gefährlich ist? Eine Spurensuche.

A ch, die Berge! Ewige Sehnsucht, ungestillt. Und jetzt sind wir also in diesem Gasthaus, das sie in die Felswand hineingebaut haben, nicht weit von der Einsiedlerhöhle. Schwindelerregend klebt es am Fels, die Gäste sitzen an verwitterten Holztischen, vor sich ein Brett mit Käse oder mit Wurst von der Alm, und genießen die Aussicht.

Das Gasthaus ist alt, eines der ältesten im Appenzeller Land. Kurz hat es sogar mal auf Instagram Karriere gemacht, weil es da prominent empfohlen wurde, aber das ist nicht mein Problem. Das Problem ist: Das Gasthaus ist nicht da, wo ich hin will. Es liegt Richtung Tal. Wir sind mit der Seilbahn hochgefahren, das war schon schlecht. Aber statt dann wenigstens weiter aufzusteigen, ging es gleich wieder nach unten, mit Rücksicht auf die Mitglieder der Reisegruppe, die es bergauf nicht schaffen würden.

Ich aber will nach oben. Unbedingt. Es zieht mich hoch auf den Gipfel, der da hinten in Sichtweite vor mir liegt, es ist wie ein Sog, der mich anzieht. Einige Jahre zuvor war ich da gewesen: Der Klettersteig notdürftig nur mit einem Seil gesichert, vorsichtig einen Fuß vor den anderen setzen. Achtung, die rutschige Stelle! Stehen bleiben. Ausatmen. Einatmen. Die Berge auf der anderen Seite sehen, die noch höher hinaufgehen, auf ihren Gipfeln liegt im Frühsommer Schnee.