Immer mehr Menschen drängt es in die Berge, digitale Karten helfen dabei. Man muss aber aufpassen, dabei nicht den Sinn für Orientierung zu verlieren.
N och nie war es so einfach, den Weg in die Alpen zu finden. Karten, GPS und Tourenportale erleichtern vielen Menschen den Zugang zu den Bergen. Doch je leichter sich Landschaft erschließen lässt, desto mehr drängt sich eine andere Frage auf: Was verändert sich, wenn Orientierung zunehmend zur Dienstleistung wird?
Früher, bis weit in die 2000er Jahre hinein, begann eine Bergtour lange vor dem ersten Schritt. Man saß über Karten gebeugt, studierte Höhenlinien, las alpine Führer und sprach mit Erfahrenen. Schon bei der Wahl einer Tour stellten sich Fragen: Reicht mein Können? Wo kann ich noch umkehren? Diese Vorbereitung war bereits eine mentale Annäherung an die Landschaft, der Versuch, sie vor dem inneren Auge entstehen zu lassen.
Auch digitale Karten, GPS-Geräte und Tourenportale dienen zunächst demselben Zweck: der Vorbereitung auf einen Naturraum, der ebenso faszinierend wie gefahrvoll ist. Verändert hat sich jedoch die Annäherung. Heute beginnt die Tourenwahl auf Portalen oft mit Filtern. Mit wenigen Klicks erscheinen Vorschläge. Was zuvor eigene Recherche erforderte, steht heute als Dienstleistung bereit: Routen, Höhenprofile, Wegbeschreibungen und Bewertungen.








