Liebeskomödie, ZDF Neo, Samstag, 20.15 UhrDas Normale, Erwartbare, Realistische besitzt keine Macht in diesem Meisterwerk des Regisseurs Paul Thomas Anderson. Was besonders raffiniert inszeniert ist von Anderson dadurch, dass er on location gedreht hat, im San Fernando Valley, und man die Drehorte – jedenfalls damals, Anfang des Jahrtausends – so vorfinden konnte, wie sie auch im Film zu sehen sind. Bei Jane Campion, ebenfalls an diesem Wochenende zu sehen, ist es ein Piano am Strand, von dem aus sich eine Filmerzählung entwickelt, die immer eine Handbreit über dem Boden schwebt. Hier steht plötzlich ein Harmonium auf der Straße und wird zum Ausgangspunkt von vielem. Ein tolles Ensemble bringt dieser Film zusammen: Emily Watson, Philip Seymour Hoffman, Luis Guzmán – im Zentrum steht Adam Sandler als Underdog mit mieser Impulskontrolle. Ein Film, in dem etliche subtile Komik und jede Menge vielsagende Anspielungen stecken.Offenes GeheimnisThriller, RBB, Samstag, 22 UhrEin durchaus gewagtes Experiment ist dieser Film für den iranischen Regisseur Asghar Farhadi, weil er eine sehr grundsätzlich menschliche, aber eben auch explizit spanische Familiengeschichte erzählt. Den Rahmen bildet ein großes Fest, eine Hochzeit, zu dem die Verwandten zusammenkommen und noch ein paar Leute aus dem Dorf. Sie kennen sich, wenn sie nur alt genug sind, alle schon lange. Und über die Jahre sind die einen sozial auf-, andere abgestiegen. Es gibt Neid und Missgunst, falsche Annahmen, alte Rechnungen. Außerdem die eine oder andere Geschichte, die nicht unbedingt alle kennen müssen. Im Zentrum stehen Laura (Penélope Cruz), die nach Argentinien ausgewandert ist, und Paco (Javier Bardem), ein Kerl mit Geschick in geschäftlichen Dingen – und eine Abwesende, Lauras Teenagertochter, die auf dem Fest entführt wird. Wem der Anwesenden ist zu trauen?Das PianoDrama, SWR, Sonntag, 22.30 UhrAm Samstag kann man Sam Neill als unsympathischen Forscher in „Jurassic Park“ sehen, und am Sonntag dann in einer zwar ganz anderen, aber doch auch nicht durchweg vorteilhaften Rolle in diesem wundervollen, eindringlichen Film von Jane Campion. Er spielt den Ehemann der stummen Hauptfigur Ada, gespielt von Holly Hunter. Und obwohl er physisch betrachtet hören kann, geht es nicht nur um die Stummheit seiner Frau, sondern auch um seine Taubheit, seine Unempfänglichkeit für das, was Ada mitteilt, wenn auch nicht in Worten. Vor allem ein Piano ist ihr ein starkes Ausdrucksmittel, doch das interessiert den Kerl nicht. Erst ein merkwürdiger Handel zwischen ihrem Mann und einem Nachbarn ermöglicht es ihr, das Instrument wieder zu spielen, woraus Campion eine originelle Dreiecksgeschichte entwickelt.Jurassic ParkAction, Vox, Samstag, 20.15 UhrDer Filmkritiker Peter Buchka hat in dieser Zeitung in seiner Rezension von Steven Spielbergs „Jurassic Park“ – 1993 war das – einer der Hauptfiguren entschieden widersprochen: Der Paläontologe Alan Grant, ein verbissener Wissenschaftler, gespielt von Sam Neill, trompetet in dem Film ständig herum, dass die Vögel von den Dinosauriern abstammen. In Wahrheit jedoch, so Buchka, seien die Saurier, so wie Spielberg sie hier zeigt, die Vorfahren aller Kinder, in ihrem ungestümen Spieltrieb, in ihrer unschuldigen Neugier. Der Regisseur ist sich auch in diesem Abenteuerfilm treu geblieben: Es gibt nahezu immer Wesen in seinen Geschichten, die mit Kinderaugen auf die Welt blicken. Und einen Gegenpol bilden zu den Erwachsenen, die auf den eigenen Vorteil aus sind, ob das nun Geld ist oder Ruhm oder die Macht über andere.
Was läuft im Fernsehen? Die besten Filme im TV-Programm des Wochenendes.
„Punch-Drunk Love“, „Offenes Geheimnis“, „Das Piano“ und „Jurassic Park“: sehenswerte Filme im TV-Programm des Wochenendes.








