Elon Musk will KI-Rechenzentren im All, viele Fachleute zweifeln daran. Hermann Ludwig Möller vom European Space Policy Institute sieht das anders.

taz: Herr Möller, Elon Musk hat einen Antrag für bis zu eine Million Rechenzentren-Satelliten im All eingereicht. Ist das mehr als eine Erzählung mit der Absicht, den Wert seiner Weltraumfirma SpaceX in die Höhe zu treiben?

Hermann Ludwig Möller: Auf jeden Fall war es Teil von Musks Zielsetzung, die Marktbewertung vor dem Börsengang zu steigern. In der Bewertung steckt aber auch Vertrauen in Ingenieure, die in der Vergangenheit zum Beispiel schon wiederverwendbare Raketenstufen und satellitenbasiertes Internet entwickelt haben. Vor 20 Jahren waren beide Technologien nicht auf dem Markt, und man hielt sie für überflüssig.

Im Interview: Hermann Ludwig Möller

leitet den Thinktank European Space Policy Institute (Espi), der unter anderem europäische Po­li­tiker*innen zu Weltraumpolitik berät und sich für mehr Engagement Europas im All einsetzt. Möller hat Telekommunikation studiert und bei der europäischen Raumfahrtagentur ESA gearbeitet.