Die Idee klingt nach Science-Fiction, nimmt in den Führungsetagen großer US-Tech-Konzerne aber Form an: Um dem immensen Energiehunger von KI zu stemmen und den gesellschaftlichen wie ökologischen Widerständen gegen terrestrische Rechenzentren zu entgehen, planen Unternehmen wie Elon Musks SpaceX, Jeff Bezos’ Blue Origin und weitere die Verlagerung von Datenverarbeitungssystemen in die Erdumlaufbahn. Allein die vorliegenden Anträge bei der US-Fernmeldebehörde Federal Communications Commission (FCC) umfassen den geplanten Start von weit über einer Million Satelliten.

Umweltorganisationen, Wissenschaftler und Raumfahrtexperten schlagen nun Alarm. In einer Petition verlangen die Organisationen Public Employees for Environmental Responsibility (Peer), Earthjustice, DarkSky International sowie Environment America ein sofortiges Moratorium für die Erteilung neuer Lizenzen für orbitale Rechenzentren sowie die Durchführung einer umfassenden Umweltverträglichkeitsprüfung.

Die Initiatoren des Appells führen ins Feld, dass die beabsichtigte massenhafte Platzierung von Rechenzentren im All gegen geltendes US-Bundesrecht verstoße. Nach dem National Environmental Policy Act (NEPA) seien Bundesbehörden wie die FCC verpflichtet, die kumulativen Umweltauswirkungen derartiger Großprojekte vor deren Genehmigung gründlich zu untersuchen und offenzulegen.