Der Südwesten galt lange als Musterregion industrieller Wertschöpfung. Heute stehen Stuttgart und Zwickau vor derselben Gefahr: Mit Arbeitsplätzen in der Automobilindustrie verschwinden Einkommen, Kaufkraft und Steuereinnahmen, von denen Städte und Gemeinden leben.

Der Autoexperte Stefan Bratzel warnt angesichts möglicher Werksschließungen bei VW vor einer „Detroitisierung“. Der LBBW-Chefvolkswirt Moritz Kraemer hält die Gleichsetzung Stuttgarts mit Detroit zwar für überzogen. Dass der industrielle Niedergang auch die Kommunen trifft, bestreitet aber kaum jemand. Die IG-Metall-Bezirksleiterin Barbara Resch brachte es Anfang 2026 auf den Punkt: Breche die Industrie als Fundament des Wohlstands weg, fehle Städten und Gemeinden das Geld. Damit werde die Daseinsvorsorge zunehmend gefährdet.

Eine unentgeltliche Ressource für allerlei Aufgaben

In dieser Lage fällt ein Projekt der Bürgerstiftung Stuttgart und der Robert-Bosch-Stiftung auf: Man will Organisationen dabei unterstützen, Menschen im Übergang vom Beruf in den Ruhestand für ehrenamtliche Aufgaben zu gewinnen. Wer jahrzehntelang Maschinen entwickelt, Projekte gesteuert, Mitarbeiter geführt oder Finanzen verantwortet hat, soll sein Wissen nicht am Werkstor zurücklassen.