Die physiologische und medizinische Forschung ist einer der drei naturwissenschaftlichen Bereiche, in denen der Nobelpreis verliehen wird. Und vielleicht derjenige, der unserem Leben am nächsten ist. Niemand ist gerne krank. Während aber eine Erkältung meist glimpflich verläuft, gibt es auch Krankheiten, die bisher als nicht heilbar gelten, bei denen vielleicht sogar der Tod gewiss erscheint.Eine Erkrankung, die über Jahrhunderte den sicheren und noch dazu qualvollen Tod bedeutet hat, ist Krebs. Seit über 100 Jahren bemüht sich die Wissenschaft darum zu verstehen, wie und warum er entsteht, um auf dieser Grundlage dafür zu sorgen, dass Tumoren gar nicht erst entstehen - oder sie zumindest effizient bekämpfen zu können.In der Geschichte der Lindauer Nobelpreisträgertagung spiegelt sich auch die Geschichte der Krebsforschung wider. Gerhard Domagk argumentierte hier gegen die These, Krebs sei in erster Linie eine vererbte Krankheit, und argumentierte für äußere, chemische Ursachen der Krebsentstehung. Otto Warburg präsentierte in Lindau seine These, dass alle Krebserkrankungen auf eine Störung des Zellstoffwechsels zurückzuführen seien.Interview von F.A.Z.-Redakteur Simon Strauss mit der Nobelpreisträgerin Katalin Karikó beim 75th Lindau Nobel Laureate Meeting, dem Nobelpreisträgertreffen in Lindau am Bodensee.Frank RöthErst später wurde entdeckt, dass bei der Krebsentstehung tatsächlich genetische Faktoren die entscheidende Rolle spielen. Allerdings schaute man nun nicht mehr nur auf die Vererbung, sondern auch auf Mutationen im einzelnen Körper. In der heutigen Krebstherapie stellen sich allerdings Fragen, die über die Entstehung von Krebs hinausgehen.Warum lässt unser Körper es zu, dass sich mutierte Zellen unkontrolliert vermehren? Können wir nicht das Immunsystem darauf trainieren, den Krebs zu bekämpfen, so wie er Infektionskrankheiten bekämpft? Simon Strauß hat mit zwei Forschern gesprochen, die in diesem Bereich bahnbrechendes geleistet haben: Die ungarische Wissenschaftlerin Katalin Karikó hat durch ihre Forschung zur medizinischen Nutzung von mRNA nicht nur die Grundlage für einen effektiven Corona-Impfstoff geschaffen.Ihr ist es auch gelungen, die mRNA für die Krebsbekämpfung einzuetzen: Dank ihrer Forschung lässt sich das Immunsystem so programmieren, dass es Krebszellen angreift und bekämpft. Für diesen therapeutischen Ansatz war wiederum die Forschung von Fred Ramsdell grundlegend. Die beiden sind optimistisch: Wir werden den Krebs besiegen.Dieser Aussicht zum Trotz bleiben Vorsorge und auch die Früherkennung von Tumoren von zentraler Bedeutung für den Kampf gegen Krebs. Darüber spricht Simon Strauß mit dem australischen Nobelpreisträger und Gastroenterologen Barry Marshall und mit der Nachwuchswissenschaftlerint, die im Bereich der Psychoonkologie forscht.Gespräch und Spaziergang von F.A.Z.-Redakteur Simon Strauss in Lindau.Frank RöthCo-Host: Joachim Müller-JungProduktion:Co-Autoren & Redaktion: Pia Heinemann, Piotr Heller und Andreas KrobokKoordination & Recherche: Max StangeAufnahmen, Musik & Sounddesign: Niklas KleberSchnitt: Kevin Gremmel, David Brucklacher, Lena Katharina BarozziDramaturgie & Regie: Michael GötzVoiceover: Kathrin Jakob, Michael Götz, Felix Hoffmann, Andreas Krobok, Kati SchneiderBesonderer Dank geht an Birgit Schardt, Thomas Gruber, Daniela Thiel und das Kuratorium für die Lindauer Nobelpreisträgertagungen sowie an das Museum Cavazzen in Lindau.Hören Sie unsere exklusiven Podcast-Folgen auf Apple Podcasts, FAZ.NET oder in der FAZ-App, und erhalten Sie Zugriff auf alle Artikel: Testen Sie FAZ+ jetzt 3 Monate lang für nur 1 € im Monat – hier geht’s zum Angebot.Schreiben Sie uns bitte Ihre Fragen, Anmerkungen und Meinungen an: podcast@faz.de. Oder senden Sie uns eine Sprach- oder Textnachricht unter 0172-7782384.Alle unsere Podcasts finden Sie hier.Mehr über die Angebote unserer Werbepartner finden Sie hier.