Eine milliardenschwere Abschreibung auf die Beteiligung am Volkswagen-Konzern hat die Eigentümerholding Porsche SE im ersten Halbjahr 2026 tief in die roten Zahlen gezogen. Unter dem Strich machte die Beteiligungsgesellschaft einen Verlust von 2,2 Milliarden, wie das Unternehmen am Freitag in Stuttgart mitteilte. Im Jahr zuvor wurden noch rund 300 Millionen Euro Gewinn erwirtschaftet. Die Aktie reagierte mit Verlusten.

Sowohl Europas größter Autobauer Volkswagen als auch die weitere wesentliche Beteiligung, der Sportwagenbauer Porsche AG, kämpfen derzeit mit schwierigen Marktbedingungen und dem Umbruch in der Automobilindustrie. Die Wertberichtigungen auf die Volkswagen-Anteile betrugen im ersten Halbjahr 3 Milliarden Euro und auf den Sportwagenbauer Porsche 200 Millionen Euro.Bei Volkswagen brach der Nettogewinn im ersten Halbjahr fast um ein ‌Drittel ein, der Umsatz stagnierte. Die Sportwagentochter Porsche erzielte unterdessen ein Drittel Gewinnzuwachs ​gegenüber dem schwachen Vorjahreszeitraum.

Porsche-SE-Vorstandschef Hans Dieter Pötsch (75) mahnte eine rasche Entscheidung zum Sparprogramm in Wolfsburg an. Der Volkswagen-Konzern stehe an einem historischen Wendepunkt. Bei den jetzt anstehenden Entscheidungen gehe es um die Zukunft von Volkswagen. „Je länger sich die Entscheidungen hinziehen, desto größer werden die Probleme.“Porsche-SE-Finanzvorstand Johannes Lattwein betonte, die Holding stehe als Mehrheitsstammaktionär hinter dem Konzernvorstand und seinen Vorschlägen. Das Ziel sei Wettbewerbsfähigkeit. Auf dem Weg dahin dürfe es keine Denkverbote geben. Andernfalls laufe Volkswagen Gefahr, im internationalen Wettbewerb dauerhaft ins Hintertreffen zu geraten.