Eine milliardenschwere Abschreibung auf die Beteiligung am Volkswagen-Konzern hat die Eigentümerholding Porsche SE im ersten Halbjahr 2026 tief in die roten Zahlen gezogen. Unter dem Strich machte die Beteiligungsgesellschaft einen Verlust von 2,2 Milliarden, wie das Unternehmen in Stuttgart mitteilte. Im Jahr zuvor wurden noch 300 Millionen Euro Gewinn erwirtschaftet.Sowohl Europas größter Autobauer Volkswagen als auch die weitere wesentliche Beteiligung, der Sportwagenbauer Porsche, kämpfen derzeit mit schwierigen Marktbedingungen, Konkurrenz aus China und dem Umbruch in der Automobilindustrie. Die Wertberichtigungen auf die Volkswagen-Anteile betrugen im ersten Halbjahr drei Milliarden Euro und auf den Sportwagenbauer Porsche 200 Millionen Euro. VW-Chef Blume stellt 50.000 weitere Arbeitsplätze und vier Werke infrage Porsche SE-Vorstandschef Hans Dieter Pötsch mahnte eine rasche Entscheidung zum Sparprogramm in Wolfsburg an. Der Volkswagen-Konzern stehe an einem historischen Wendepunkt. Bei den jetzt anstehenden Entscheidungen gehe es um die Zukunft von Volkswagen. „Je länger sich die Entscheidungen hinziehen, desto größer werden die Probleme.“Das unternehmerisch und wirtschaftlich Gebotene stehe im Vordergrund. „Alles andere muss zurückstehen.“ VW-Chef Oliver Blume war Ende Juni im VW-Aufsichtsrat mit seinem strikten Kostensenkungsplan am Widerstand der Arbeitnehmervertreter und des Landes Niedersachsen gescheitert. Blume stellte zuletzt weitere rund 50.000 Arbeitsplätze nach bereits gestrichenen 50.000 weltweit und vier Werke in Deutschland infrage. Sollte das in die Tat umgesetzt werden, hätte die Kernmarke VW hierzulande nur noch das Stammwerk Wolfsburg als Montagefabrik. Dr. Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG © imago/Sven Simon/IMAGO/Malte Ossowski/SVEN SIMON Bei Volkswagen brach der Nettogewinn im ersten Halbjahr fast um ein Drittel ein, der Umsatz stagnierte. Die Sportwagentochter Porsche erzielte unterdessen ein Drittel Gewinnzuwachs gegenüber dem schwachen Vorjahreszeitraum. Während Porsche unter dem neuen Chef Michael Leiters etwa ein Jahr nach Start der Gespräche ein weiteres Sparpaket mit Stellenabbau auf den Weg brachte, haben sich die Sozialpartner im VW-Konzern im Streit über harte Einschnitte festgefahren.Der Finanzvorstand der Porsche SE, Johannes Lattwein betonte, es dürfe keine Denkverbote geben. Andernfalls laufe Volkswagen Gefahr, im internationalen Wettbewerb dauerhaft ins Hintertreffen zu geraten.Die Verschuldung ging Ende Juni leicht auf 5 Milliarden Euro zurück. Die Beteiligungsholding Porsche SE strebt im Gesamtjahr weiter ein bereinigtes Konzernergebnis von 1,5 Milliarden bis 3,5 Milliarden Euro und Ende des Jahres eine Nettoverschuldung zwischen 4,7 Milliarden und 5,2 Milliarden Euro an. (dpa/Reuters)