Haben West- und Ostdeutschland ihre jahrzehntelange Teilung wirklich überwunden? In Debatten wird oft das Trennende betont – aus Sicht von Linda Teuteberg ein »politisches Geschäftsmodell«.

07.08.2026, 08.52 Uhr

FDP-Vizechefin Linda Teuteberg: »Wessen politisches Geschäftsmodell ist die Teilung?«

Konflikte zwischen Ost- und Westdeutschen werden aus Sicht von FDP-Vizechefin Linda Teuteberg künstlich geschürt. »Es gibt eine Ressentimentpolitik, ursprünglich von der PDS als vermeintlich einziger Anwältin der Ostdeutschen in den Neunzigerjahren und heute auch von der AfD«, sagte die frühere Bundestagsabgeordnete aus Brandenburg der Deutschen Presse-Agentur.

»Die Ostidentität wurde nachträglich erfunden«, fügte sie hinzu. »Vor der Vereinigung haben sich nämlich Ostdeutsche meist als Deutsche im geteilten Deutschland verstanden und hielten am Zusammengehören fest.« Zwar hätten 40 Jahre Teilung zu unterschiedlichen Erfahrungen und Prägungen geführt. »40 Jahre Teilung brauchen nach menschlichem Ermessen auch 40 Jahre der Heilung«, sagte die 45-Jährige. Aber: »Heute stellt sich die Frage: Wer bewirtschaftet tatsächliche oder vermeintliche Unterschiede? Wessen politisches Geschäftsmodell ist die Teilung?«