Der Nabu bewertet mal wieder die Anbieter von Kreuzfahrten. Wo ließe sich der Umweltkollaps auch besser beobachten, als vom Deck eines schwimmenden Klimakillers?
D ie Meldung wirkt auf den ersten Blick bizarr: Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) veröffentlicht ein Umweltranking für Kreuzfahrtreedereien. Fast könnte man meinen, die traditionell auch für die Wahl zum Vogel des Jahres zuständige Umweltorganisation will heuer die eigene Vollmeise zum Sieger küren. Denn noch 2011 hat derselbe Naturschutzbund spöttisch den Dinosaurier des Jahres an die Unternehmen Aida und TUI Cruises verliehen, deren Dampfer pro Kreuzfahrt so viele Schadstoffe wie fünf Millionen Autos ausstießen.
Der schlechte Ruf von Kreuzfahrten allgemein speist sich nicht nur aus ökologischen, sondern auch sozialen Erwägungen. Auf den Schiffen tummeln sich keine armen Leute. Die meisten sind Mittelschichtler, die sich zwar kein kleines Privatflugzeug leisten können, aber dafür eine teure Kreuzfahrt.
Die weltweite Zahl an Kreuzfahrtpassagieren stieg im vergangenen Jahr noch einmal um 7,5 Prozent auf den historischen Höchstwert von 37,2 Millionen. Die Branche brummt, die Biene nicht – das ist das Fazit, das Mutter Natur ziehen würde, wenn sie denn noch japsen könnte.











