Das Verteidigungsministerium der USA arbeitet an einer neuen Nuklearstrategie für mögliche regionale Konflikte mit Russland oder China, in der der Einsatz taktischer Atomwaffen mit kürzerer Reichweite ausdrücklich erwogen wird. Das berichtete die russische Nachrichtenagentur Tass am 5. August unter Berufung auf Quellen von NBC News.

Die als geheim eingestufte Überprüfung wird von Elbridge Colby, dem Unterstaatssekretär des Pentagons für Verteidigungspolitik, geleitet. Ihr Ziel ist es, zu verhindern, dass ein konventioneller Krieg in einen nuklearen eskaliert, während einem Gegner zugleich jeder Vorteil aus einer solchen Eskalation genommen werden soll – ein Abweichen von der seit Jahrzehnten etablierten Nuklearpolitik der USA, heißt es in dem Bericht von NBC News.

Rüstungskontrolle am Ende

Die Neubewertung spiegelt die wachsende Dringlichkeit innerhalb des Pentagons wider, nachdem New Start, der strategische Rüstungskontrollvertrag zwischen den USA und Russland, im Februar 2026 ausgelaufen ist – das letzte noch bestehende Abkommen zur Begrenzung strategischer Raketensysteme aus der Zeit des Kalten Krieges. Einige Beobachter argumentieren, dass das Ende dieser Sicherheitsabkommen aus der Zeit des Kalten Krieges den Weg für ein neues Wettrüsten frei gemacht habe. Die Pläne, die fünf mit der Angelegenheit vertraute Personen gegenüber NBC News geschildert haben, spiegeln jedoch interne Planungen des Verteidigungsministeriums wider und stellen keine bereits verabschiedete Politik dar.