Berlin ist mal wieder so gut wie pleite, die öffentliche Infrastruktur ist ein schlechter Witz, Sommerhitze lastet auf der Stadt, und wenn die Freibäder nicht geschlossen sind, sind sie komplett überfüllt. In dieser Lage kommt ein kleines, aber legendäres Theater auf die Anarcho-Idee, eine illegale Freibadbesetzung durchzuspielen: Freischwimmer aller Stadtteile, vereinigt euch und stürmt den Pool! Planschen gegen den Kapitalismus, irgendwo muss man ja anfangen mit der Revolution. Vor mehr als zwei Jahrzehnten war das, im katastrophalen Hitzesommer 2003 – da hatte das Berliner Grips-Theater mit der Komödie „Baden gehen“ einen beschwingten Sommerhit.
Wenn die Berliner Volksbühne am Freitag ihr „Volksbad“ eröffnet, gibt es hitzemäßig also Parallelen, und die Sache steht in einer gewissen Tradition. Subversion und anarchische Umtriebe sind jedoch nicht zu erwarten bei der Aktion, mit der Matthias Lilienthal seine Intendanz beginnt. Steht man vor dem Start vor dem 25-Meter-Schwimmbecken, das vor der Volksbühne aufgebaut wurde, sieht es geradezu rührend und putzig aus.












