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Industrie: KI beflügelt Siemens – Boom bei Rechenzentren hält an Der Auftragseingang bei Siemens steigt auf einen Rekordwert. Und auch bei der geplanten Trennung von der Healthineers-Mehrheit kommen die Münchner voran.

Siemens-Chef Roland Busch kann sich über steigende Gewinne freuen. (Archivbild) Foto: Moritz Frankenberg/dpaDer Vormarsch der Künstlichen Intelligenz schiebt das Geschäft des Münchner Technologiekonzerns Siemens kräftig an. Das Geschäft mit dem Bau und der Ausrüstung von Rechenzentren, die aus dem Boden schießen, beflügelt die Gebäudetechnik-Sparte Smart Infrastructure. Die Integration von KI in viele Prozesse in der Industrieproduktion kommt der Automatisierungs-Sparte Digital Industries zugute.In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2025/26 kamen vor allem aus den USA und Europa Orders für Rechenzentren über sechs Milliarden Euro herein, wie Siemens am Donnerstag mitteilte. Das war mehr als doppelt so viel wie ein Jahr zuvor. Neun der zehn größten Rechenzentrums-Anbieter- im Fachjargon „Hyperscaler“ – arbeiteten mit Siemens zusammen. Der Umsatz in diesem Bereich stieg um gut 50 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro.Das sorgte im dritten Quartal konzernweit für einen Rekord-Auftragseingang von 27,9 Milliarden Euro und den höchsten operativen Gewinn aus dem Industriegeschäft, der um 25 Prozent auf 3,52 Milliarden Euro nach oben schnellte. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 2,58 Milliarden Euro nach Steuern, der 15 Prozent höher war als ein Jahr zuvor. Darin stecken aber mehr als 200 Millionen Euro an zurückerstatteten US-Zöllen, die nach einem Gerichtsurteil unzulässig waren.Omterra Der nächste Thomas im Dax Siemens Energy heißt bald Evonik. Ach, Quatsch: Omterra! Eine verpasste Chance bei der Namenswahl. Wieder mal. Eine Kolumne. Kommentar von Konrad FischerDeshalb schraubte Siemens die Gewinnerwartungen nach oben. Der Gewinn je Aktie werde im Geschäftsjahr 2025/26 (per Ende September) zwischen 11,20 und 11,50 Euro liegen. Bisher hatte der Konzern 10,70 bis 11,10 Euro prognostiziert, Analysten hatten im Schnitt schon mit 11,32 Euro gerechnet. Für den Umsatz erwartet Siemens wie bisher ein vergleichbares Wachstum von sieben bis acht Prozent. Im dritten Quartal stieg er – bereinigt um Währungseffekte und Veränderungen im Portfolio – um acht Prozent auf 20,8 Milliarden Euro.„Wir sind auf Kurs für ein weiteres erfolgreiches Geschäftsjahr“, sagte Vorstandschef Roland Busch. Und ein Ende des Booms sei nicht in Sicht. „Das Momentum scheint anzuhalten“, sagte er. „Die Pipeline sieht gut aus.“ Siemens sitzt auf einem Auftragsbestand von 132 Milliarden Euro, so viel wie nie. Sorgen machen Busch nur die Genehmigungsprozesse für den Bau neuer Rechenzentren in Deutschland: „Wenn ein Hyperscaler zwei bis drei Jahre warten muss, wird das Rechenzentrum woanders gebaut – davon muss man ausgehen.“Siemens Mehrere Zehntausend Stellen betroffen – so plant Siemens seinen großen Umbau Der Industriekonzern will effizienter und produktiver werden – ohne Stellenabbau. Besonders die Prestige-Sparte Digital Industries wird umgebaut. Das steckt hinter den Plänen. von Clara ThierDurchbruch bei Abspaltung von Siemens HealthineersFür die Börse waren die Zahlen aber nicht gut genug. Die Siemens-Aktie, die am Mittwoch auf ein Rekordhoch von 291,50 Euro gestiegen war, gab um fast sechs Prozent nach. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen. Das Überraschungspotenzial sei gering gewesen, weil alle Konkurrenten schon bessere Zahlen als gedacht geliefert hätten, schrieb Citi-Analyst Gael de-Bray. Es gebe „mehr Positives als Negatives“, urteilten die Analysten von JPMorgan. Aber das Geschäft von Digital Industries in China laufe nicht so gut wie erhofft. Die Automatisierungs-Sparte zeigte sich aber nach Zukäufen mehrerer Softwarefirmen erholt: Die operative Marge schnellte auf 18,7 (14,5) Prozent, kam aber nicht an die 20 Prozent von Smart Infrastructure heran.Beim Konzernumbau steht Siemens vor einem Durchbruch. „Wie erwartet konnten wir zwischenzeitlich die relevanten steuerlichen Themen mit den Finanzbehörden verbindlich klären, um mit der Abspaltung von Siemens Healthineers planmäßig fortzufahren“, sagte Finanzchefin Veronika Bienert. Dabei ging es darum, dass die Siemens-Aktionäre nicht extra Steuern zahlen müssen, wenn ihnen 30 Prozent der Healthineers-Aktien aus dem Besitz der Siemens AG in ihre Depots gebucht werden. Rechtlich betritt Siemens damit Neuland. Die bisherige Muttergesellschaft zieht sich damit auf eine Minderheitsposition von maximal 37 Prozent an Siemens Healthineers zurück. Nun müssen noch die Hauptversammlungen beider Unternehmen im Februar 2027 zustimmen. rtr Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige Stellenmarkt Die besten Jobs auf Handelsblatt.com Anzeige ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln Anzeige IT BOLTWISE Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik Anzeige Remind.me Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s Anzeige Presseportal Lesen Sie die News führender Unternehmen! Anzeige Bellevue Ferienhaus Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen Anzeige Übersicht Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche Anzeige Finanzvergleich Die besten Produkte im Überblick