Ungeschwärzte RKI-Protokolle, freigegebene US-Dokumente und brisante Tagebuchnotizen von Anthony Fauci bringen die Corona-Debatte zurück in die Öffentlichkeit. Im Interview spricht der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit über politische Einflussnahme auf die Wissenschaft, den falschen Umgang mit Unsicherheiten und das Rätsel um den Ursprung des Virus. Er fordert eine unabhängige Aufarbeitung und warnt vor den Gefahren von Hochrisikoforschung im Labor.Herr Schmidt-Chanasit, das Thema Corona galt für viele als abgehakt. Durch freigegebene Dokumente wie die ungeschwärzten RKI-Protokolle oder Anthony Faucis Tagebücher und dessen letzte Anhörung im US-Kongress ist die Debatte neu entfacht. Was wissen wir heute über das Pandemiemanagement, was die Öffentlichkeit 2020 nicht wusste?Die RKI-Protokolle zeigen uns, dass intern differenziert diskutiert wurde: über die begrenzte Aussagekraft starrer Inzidenzschwellen, über Nutzen und Nebenwirkungen einzelner Maßnahmen und über die verkürzte Redewendung von der „Pandemie der Ungeimpften“. Sie zeigen außerdem ministerielle Eingriffe in die Arbeit des RKI. Wissenschaftliche Bewertungen und politische Entscheidungen waren also nicht immer klar getrennt. Die Politik traf die Entscheidungen, präsentierte sie aber häufig als unmittelbaren Vollzug „der Wissenschaft“, wodurch Verantwortung auf einzelne Wissenschaftler und das RKI verlagert wurde.
„Aus Vermutungen wurden Gewissheiten gemacht“: Schmidt-Chanasit über RKI-Protokolle und Fauci
RKI-Protokolle und Faucis Notizen: Der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit kritisiert die Corona-Politik, fordert Aufarbeitung und warnt vor Hochrisikoforschung. Ein Interview.









