Der Goldpreis befindet sich weiter im Aufwärtstrend. In der Nacht auf Donnerstag kostete eine Feinunze (rund 31,1 Gramm) erstmals seit Mitte Juni mehr als 4.300 US-Dollar. Das Niveau konnte der Goldpreis zwar nicht ganz halten, lag aber mit 4.260 Dollar zuletzt immer noch auf dem erhöhten Niveau vom Vorabend.
Am Mittwoch hatte sich Gold wegen nachlassender Spekulationen auf höhere Zinsen um mehr als 4 Prozent verteuert. Damit baute es das Plus der vergangenen Tage und Wochen aus. Seit dem Jahrestief von 3.943 Dollar Ende Juni legte der Goldpreis um knapp 8 Prozent zu. Trotz der Erholung kostet eine Feinunze aber immer noch deutlich weniger als Ende Januar.Ende Januar hatte der Goldpreis nach einer steilen Kursrallye das Rekordhoch von knapp 5.600 Dollar erreicht. Ende 2023 hatte eine Feinunze noch etwas mehr als 2.000 Dollar gekostet. 2024 und 2025 war der Goldpreis unter anderem wegen der Kriege, der Handelskonflikte, sinkender Zinsen, der hohen Staatsverschuldung und Zentralbankkäufen stark gestiegen.
Obwohl die Goldkäufe durch die Zentralbanken zuletzt nachgelassen haben, steigt in der zweiten Jahreshälfte bei vielen Privatanlegern wieder das Interesse an dem Edelmetall. Laut World Gold Council (WGC) lag die gesamte Goldnachfrage weltweit in den ersten sechs Monaten bei 2522 Tonnen im Wert von 380 Milliarden Dollar.Die Käufe der Zentralbanken zogen bereits im zweiten Quartal 2026 wieder kräftig an, auf 288 Tonnen. Insgesamt – inklusive des schwachen ersten Quartals – hat das Interesse der Zentralbanken aber im ersten Halbjahr mit einem Kaufvolumen von etwa 345 Tonnen gegenüber 415 Tonnen im Vorjahr merklich nachgelassen.Vor allem in den Jahren 2022 bis 2024 stockten Zentralbanken ihre Bestände massiv auf, mit Kaufmengen von mehr als 1000 Tonnen in jedem der drei Jahre. Als Hintergrund gilt der Wunsch – vor allem in Schwellenländern – Finanzreserven vom US-Dollar und westlichen Einflüssen unabhängig zu machen. Ein Schlüsselmoment war dabei wohl der Zugriff des Westens auf die Auslandsreserven Russlands nach dessen Angriff auf die Ukraine, durch den Geldwächter in vielen Ländern offenbar aufgeschreckt wurden.






