Die mit Sprengstoff bestückte Drohne am Leipziger Flughafen ist auch Thema in der Weltpresse. Der britische Guardian etwa spricht von einer „gefährlichen Eskalation für Europa“, Asia News und auch die Sender ABC und Fox News in den USA berichteten über den Vorfall in Ostdeutschland. Al-Dschasira übernimmt das Zitat von Bundesinnenminister Dobrindt, dass eine neue „Qualität der Gefährdung“ erreicht sei.

Zumindest die westlichen Medien eint die Frage: Führt die Spur tatsächlich nach Russland? Das hatte der ukrainische Botschafter in Deutschland angedeutet. „Ich hoffe, dass auch all die Behörden in Deutschland jetzt die Tatsachen feststellen. Aber wer könnte es noch sein außer Russland?“, sagte Oleksij Makejew dem Fernsehsender Welt TV. Dieses Statement greift unter anderem der renommierte französische Nachrichtensender Franceinfo auf.

Der deutsche Sicherheitsexperte Nico Lange äußerte gegenüber dem Fernsehsender Phoenix einen ähnlichen Verdacht. Er habe ein Schema russischer hybrider Angriffe gegen Deutschland erkannt: „Das ist sehr wahrscheinlich, dass das ein solcher hybrider Angriff war“, sagte Lange, Gründer des Instituts für Risikoanalysen und Internationale Sicherheit.Deutschland verfüge über zu wenige Instrumente, um Drohnen zuverlässig zu erkennen und nachzuverfolgen, kritisierte Lange. Nötig seien elektrooptische und akustische Sensoren sowie Mittel, um Russland für hybride Angriffe zur Verantwortung zu ziehen. Zu diesen zählten seit Jahren auch Sabotage, Brandstiftung und Überfälle.