Wie sahen 1972 in der DDR Zukunftsvisionen aus? Wie stellte sich eine Gesellschaft, die an den Fortschritt glaubte, die Welt im nächsten Jahrtausend vor? Die Defa-Stiftung gibt am Montag, 10. August, im Berliner Kino Krokodil Gelegenheit, das herauszufinden: In der Reihe „Blick in das Morgen von Gestern“ zeigt sie vier Dokumentarfilme aus den 1970er-Jahren, die erzählen, wie sich die DDR das Jahr 2002 vorstellte. Sie alle gingen aus einer speziellen Arbeitsgruppe bei der Defa hervor, der defa futurum.
In „Lerne zu lernen“ (1970) werden technisch interessierte Jugendliche nach ihren Visionen befragt – und man spürt, so verspricht es die Defa-Stiftung, eine wissenschaftliche Aufbruchstimmung. „Liebe 2002“ (1972) stellt die Frage, ob die Liebe im nächsten Jahrtausend vom Computer gesteuert wird. In einer Szene melden sich die Frauen mittels ihrer Codekarten bei einem Rechner an. Dieser ermittelt nun aus einer Reihe von Männern den Partner. Parship macht es heute nicht viel anders.
Aber die Paarvermittlung per Computer wurde eher kritisch dargestellt, sie wird konterkariert, indem in einer Diskothek Jugendliche auf der Tanzfläche befragt werden, wie sie sich die Liebe in 30 Jahren vorstellen. „So wie heute“, sagt einer. Das ist im Wesentlichen auch der Tenor der anderen Antworten. „Liebe 2002“ ist ein sogenannter Discofilm, wie die Defa noch mehr produzierte. Sie waren dafür gedacht, in Diskotheken gezeigt und dort auch diskutiert zu werden.






