Unter dem Titel „Ohne Frühstück. Ohne Diskussion. 80 Jahre Defa-Filme“ zeigt das Filmmuseum Potsdam vom 24. Juli bis zum 2. Mai 2027 eine Auswahl aus dem Spielfilmerbe der Deutschen Film AG. Der Titel zitiert eine Szene aus Konrad Wolfs letztem Film „Solo Sunny“, in der die von Renate Krößner gespielte Jazz-Sängerin ihren Liebhaber mit den Worten „Is’ ohne Frühstück. Is’ auch ohne Diskussion“ vor die Tür setzt.
Dass dieser schnoddrige Satz zum Ausstellungstitel geworden ist, liegt daran, dass er zu einer Art geflügeltem Wort geworden ist. Und daran, dass so viel drinsteckt: Sunny hofft auf eine Künstlerkarriere, scheitert aber nicht zuletzt an den Zwängen einer Männergesellschaft, die von der Emanzipation nichts wissen will, die sie sich im Namen des Sozialismus doch selbst auf die Fahne geschrieben hat. Sie scheitert an Männern, die nach dem One-Night-Stand erwarten, dass sie sich die Schürze umbindet und ihnen Spiegeleier brät und Kaffee kocht.
Doch zurück zur Ausstellung: Mehr als 700 Defa-Spielfilme sind zwischen 1946 und 1992 produziert worden. Das Kuratorenteam hat 40 Titel ausgewählt. Historische Stoffe und Genrekino wurden ausgespart. Im Mittelpunkt stehen Produktionen, die den Alltag beschreiben. Gezeigt werden Plakate, Fotos, Requisiten und Kostüme, viele davon aus den Sammlungen des Filmmuseums, ergänzt durch Leihgaben aus Privatbesitz sowie Originale, die im Kostümfundus Babelsberg und im Requisitenfundus des Studios identifiziert werden konnten.






