Monatelang war die Journalistin Eva Maria Michelmann inhaftiert. Jetzt spricht sie erstmals in einem deutschen Medium davon und fordert die Freilassung ihres Kollegen.
Die Journalistin Eva Maria Michelmann wurde wochenlang in Syrien gefangen gehalten
Hanno Bode/imago
taz: Frau Michelmann, wie spielte sich Ihre Gefangenennahme ab?
Eva Maria Michelmann: Nachdem wir in dem Gebäude, in dem ich gemeinsam mit Dutzenden anderen Zivilist*innen Zuflucht gesucht hatte, bis tief in die Nacht hinein beschossen und bombardiert worden waren, kamen gegen vier Uhr morgens am 19. Januar offizielle Einsatzkräfte des HTS-Regimes (Haiʼat Tahrir asch-Scham; Anm. d. Red.) vor das Gebäude. Sie standen dann an der Treppe zum ersten Stock, in dem wir uns aufhielten, Seite an Seite mit den islamistischen Banden, die stundenlang versucht hatten, unseren Aufenthaltsort in ein Blutbad zu verwandeln. Nachdem ich mich als europäische Zivilistin zu erkennen gegeben und deutlich gemacht hatte, dass Ahmet Polat zu mir gehört, wurden wir von den anderen getrennt und in einem Raum abgeschottet.







