Mr MarketCEO Timotheus Höttges steckt zusätzliche 3 Mrd. € in den Erwerb eigener Aktien. Sein Schritt spricht dagegen, dass er den Plan eines Zusammenschlusses mit der Tochter T-Mobile US rasch durchzieht. Der Kurs reagiert kräftig.Geschätzte Leserin, geschätzter LeserOptimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenThemarket.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Die Deutsche Telekom hat am Donnerstagmorgen ihr Rückkaufprogramm für eigene Aktien bis Ende 2026 von 2 auf 5 Mrd. € mehr als verdoppelt. Bisher hat der Dax-Konzern seit Jahresbeginn eigene Aktien im Wert von 1,2 Mrd. € erworben, die Erhöhung dürfte kurssteigernd wirken.Deutsche-Telekom-CEO Timotheus Höttges (r.) mit Finanzchef Christian Illek bei der Vorstellung des Finanzberichts zum zweiten Quartal am 6. August 2026.ZVGAktienanalysten werteten die Entscheidung ausserdem als Signal, dass CEO Timotheus Höttges die seit Monaten in den Medien beschriebenen Pläne für eine Fusion mit der Tochter T-Mobile US zumindest kurzfristig nicht umsetzen wird. Dieses Signal sei bedeutender als der direkte Effekt des Rückkaufs, urteilten die Aktienanalysten von Berenberg um Paul Sidney in einer Kurzeinschätzung. «Noch wichtiger für uns ist, dass dies eine klare Indikation dafür ist, wie die Deutsche Telekom ihre Barmittel einsetzen will», heisst es in der Studie. «Es könnte ein Hinweis dafür sein, dass der in Medienberichten genannte Kauf der Minderheitsanteile an T-Mobile weniger wahrscheinlich ist, obwohl es keine direkte Aussage des Konzerns dazu gibt.»Der Deutsche-Telekom-Kurs stieg am Vormittag um fast 6% auf mehr als 29 €. Ich sehe darin einen weiteren Beleg dafür, wie unbeliebt die Fusionspläne bei Anlegern sind. Am 9. Juli hatte ich Ihnen davon berichtet, dass Fondsmanager wie Jens Ehrhardt von DJE Kapital, Martin Wirth von Frankfurt Performance Management und auch eine der vier grossen deutschen Fondsgesellschaften den Plan ablehnen. Wie erwartet beflügelt jedes Signal des Konzerns für eine Abkehr vom teuren und auch politisch unrealistischen Deal den Kurs.Grosse US-Investoren und die dortigen Regulierer lehnen die Idee der Fusion ebenfalls ab, hatte das US-Medium Semafor am 31. Juli berichtet. Seit erscheinen unseres Artikels über den Widerstand der Anleger ist der Telekom-Kurs bereits um fast 15% geklettert. Erstmals hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg im April die Planspiele des Dax-Konzerns beschrieben.Goldman-Sachs-Analyst Andrew Lee mahnt allerdings zurecht an, dass weiterhin eine eindeutige Aussage von Höttges zum Thema nötig bleibt. «Der Hauptfokus liegt auf der Entscheidung, den Aktienrückkauf zu erhöhen und was das für die anhaltenden Medienberichte über eine Fusion mit T-Mobile US bedeutet», kommentiert Lee den Telekom-Finanzbericht. «Sollte das Management sich dafür entscheiden, die Berichte nicht direkt zu kommentieren, dürften Investoren weiter grössere Klarheit suchen über die strategische Richtung, was möglicherweise den direkten Vorteil des erhöhten Rückkaufs limitiert.»Die kräftige Kursreaktion zeigt aus meiner Sicht, dass die Anleger den stark erhöhten Rückkauf in der Tat als Abkehr vom Fusionsplan werten. Es besteht allerdings die Gefahr, dass sie damit den Willen des Telekom-Chefs unterschätzen, seinen Fusionsplan vielleicht doch weiterzuverfolgen. Zumal Analysten von JP Morgan in einer Studie einen Zusammenhang mit der Nachfolgeplanung des CEO hergeleitet haben. Womit Höttges vielleicht auch persönliche Motive für das Projekt hätte, denn möglicherweise ist auch seine eigene Karriereplanung betroffen: Nach dem Vorbild des ehemaligen Linde-Lenkers Wolfgang Reitzle könnte er Ambitionen auf den Chairman-Posten bei einem fusionierten Unternehmen hegen. Auch wegen dieses im Raum stehenden Themas sollte sich der Manager schnell und offen äussern.Höttges will erst über Dinge reden, wenn sie spruchreif sindIn der Videokonferenz für Journalisten konnte ich Höttges direkt fragen, ob er die seit Monaten anhaltenden Berichte über seine Fusionspläne dementieren möchte oder ob er erklären kann, wie eine solche Fusion für die Aktionäre Wert schafft oder überhaupt politisch durchsetzbar wäre. Der CEO blieb jedoch leider erneut eine offene Antwort schuldig. «Wenn ich anfange, jede Spekulation zu kommentieren, die in der Presse ist, dann dominiert das bald alles», sagte er nur. «Es gibt viele Überlegungen links und rechts. Der Aktienrückkauf ist die Nachricht des Tages.» Die Einschätzungen der Analysten zeigen jedoch, dass dies eben nicht uneingeschränkt stimmt: Diese sehen den Rückkauf stark in Zusammenhang mit den Fusionsplänen, die er unwahrscheinlicher macht, aber eben auch nicht unmöglich.Eine Journalistenkollegin stellte eine Anschlussfrage zum Fusionsplan. Während Höttges in seiner Antwort von Marktspekulationen spreche, würden Telekom-Mitarbeiter die Vor- und Nachteile der Fusion prüfen. Dabei gehe es auch um die Möglichkeit, den Konzernsitz für die Fusion zu verlagern, zum Beispiel nach Dublin. Dies schaffe Unsicherheit bei den Angestellten. Ob es daher nicht doch an der Zeit sei für ein klares Wort? «Ich spüre überhaupt nichts von Unsicherheit bei den Mitarbeitern», konterte Höttges und verwies auf hohe Zustimmungswerte in einer Mitarbeiterbefragung. Er sehe keinen Druck von der Basis, hier zu reagieren. «Lassen sie uns über Dinge dann reden, wenn sie spruchreif sind, und nicht vorher.» In diesem Moment klingt Höttges für mich allerdings doch so, als ob er den Fusionsplan intern weiterverfolgt und zu einem späteren Zeitpunkt auch öffentlich darüber reden will.Das Lieblingsprojekt von Deutsche-Telekom-CEO Höttges droht also weiterhin die positive Geschäftsentwicklung des Konzerns zu überschatten. Allerdings halte ich es für äusserst unrealistisch, dass Höttges ein solches Projekt bei seinem Grossaktionär, der deutschen Bundesregierung, und bei der Mehrheit der Investoren durchsetzen kann. Die laute und eindeutige Absage an den Plan kann daher gar nicht früh genug erfolgen. Und sie wird kommen. Danach dürfte der Telekom-Kurs nochmals deutlich steigen. Die Aktien bleiben aus meiner Sicht daher attraktiv.Freundlich grüsst im Namen von Mr MarketMark Böschen
Deutsche Telekom: Aktienrückkauf senkt Gefahr eines waghalsigen Fusionsversuchs in den USA
CEO Timotheus Höttges steckt zusätzliche 3 Mrd. € in den Erwerb eigener Aktien. Sein Schritt spricht dagegen, dass er den Plan eines Zusammenschlusses mit der Tochter T-Mobile US rasch durchzieht. Der Kurs reagiert kräftig.












