PfadnavigationHomeSportFußball„Geradezu absurd“Razzia in Südkorea – Hat sich der Nationaltrainer ins Amt geschummelt?Stand: 09:36 UhrLesedauer: 2 MinutenSüdkoreas Ex-Nationaltrainer Hong Myung-bo Ende Juli in der Nationalversammlung in Seoul, bei der es um die Kontroverse bezüglich seiner Führung gingQuelle: CHUNG SUNG-JUN/AFPSüdkorea war bei der WM sang- und klanglos in der Vorrunde ausgeschieden. Nun rückt Nationaltrainer Hong ins Visier. Er soll sich ins Amt gemogelt haben.Die südkoreanische Polizei hat in den Räumlichkeiten des nationalen Fußballverbands (KFA) eine Razzia durchgeführt. Dem Verband wird vorgeworfen, den Nominierungsprozess von Ex-Nationaltrainer Hong Myung-bo manipuliert zu haben, wie Südkoreas amtliche Nachrichtenagentur Yonhap berichtete. Bei der Razzia in den Büroräumlichkeiten des KFA in der Hauptstadt Seoul sowie in Cheonan wurden demnach Aktendokumente beschlagnahmt und Smartphone- sowie Computerdaten von ranghohen Funktionären gesichert.Der 57-jährige Hong war schon bei der WM 2014 als Nationaltrainer des Landes gescheitert. Er holte damals in der Vorrunde lediglich einen Punkt aus drei Spielen. Dennoch wurde der ehemalige Generalsekretär im Juli 2024 wieder Nationaltrainer. Beobachter mahnten damals an, dass Hong nicht den vorgesehenen Bewerbungsprozess durchlaufen habe.Diesen Sommer erhielt der Fall im Zuge der schwachen Leistung Südkoreas bei der Fußballweltmeisterschaft in Amerika erneute Aufmerksamkeit. Die „Roten Teufel“, wie das Nationalteam im Volksmund genannt wird, schieden nach einer enttäuschenden Leistung frühzeitig in der Gruppenphase aus. Hong trat kurz darauf von seinem Amt zurück.„Geradezu absurd“ – selbst Südkoreas Präsident forderte KonsequenzenDen öffentlichen Zorn konnte dies kaum beruhigen. Sogar Morddrohungen wurden gegen Hong ausgesprochen. 160 Polizisten hatten deswegen am Flughafen die Ankunft des Teams nach der WM abgesichert. Dabei schien die Ausgangslage für die Asiaten durchaus vielversprechend. Nach dem 2:1-Auftaktsieg gegen Tschechien war der Einzug in die K.-o.-Runde greifbar. Pleiten gegen Mexiko (0:1) und Südafrika (0:1) besiegelten aber das frühe Aus. Mit nur drei Punkten und einer zu schlechten Tordifferenz verpasste die Mannschaft als Gruppendritter den Sprung in die nächste Runde.Selbst Südkoreas Präsident forderte Konsequenzen. Er sei „angesichts dieses unerwarteten Ergebnisses nicht nur verblüfft, sondern empfinde es geradezu als absurd“, schrieb Lee Jae Myung in einem ausführlichen Statement auf der Plattform X. Das Scheitern, „das bei den Bürgern Enttäuschung ausgelöst hat, scheint auf Versäumnisse in der Organisation und im Personalwesen zurückzuführen zu sein“, kommentierte Lee, der seine Kritik vor allem auf die Wahl von Hong durch den heimischen Verband richtete.pk/dpa