PfadnavigationHomeWissenschaftFalcon 9SpaceX‑Raketenteil schlägt auf dem Mond ein – Teleskop liefert erste DatenStand: 08:05 UhrLesedauer: 2 MinutenEine vier Tonnen schwere Raketenstufe ist unkontrolliert auf dem Mond eingeschlagen. Professor Ulrich Walter erklärt die wissenschaftlichen Erkenntnisse und sieht Chancen für die Forschung: „Die Seismometer erzählen uns viel über das Innere des Mondes“, sagt Ulrich Walter, Raumfahrt-Experte.Ein SpaceX‑Raketenteil ist ungeplant auf dem Mond eingeschlagen. Das hat die Europäische Südsternwarte bestätigt. Die oberste Raketenstufe war nach dem Start zweier Mondlander vor eineinhalb Jahren vom Kurs abgekommen.Ein vier Tonnen schweres Schrottteil einer SpaceX-Rakete ist Wissenschaftlern zufolge auf dem Mond eingeschlagen. Die in Chile ansässige Europäische Südsternwarte (ESO) teilte am Mittwoch mit, dass sie mithilfe ihres hochentwickelten Very Large Telescope (VLT) entsprechende „Spektrallinien“ entdeckt habe. Der Aufprall habe sich genau so ereignet wie erwartet.Carl Schmidt von der Boston University teilte mit, VLT-Daten seines Teams zeigten zu „100 Prozent“ die Folgen des Aufschlags. Unter anderem sei eine Trümmerwolke entstanden, Emissionen von Lithium und Natrium seien noch mindestens fünf bis zehn Minuten nach dem Aufschlag mehrere Kilometer in den Weltraum hinausgetragen worden, schrieb Schmidt in einer E-Mail an die Nachrichtenagentur AP.Die SpaceX-Trägerrakete Falcon 9 hatte im Januar 2025 zwei Mondlandgeräte ins All befördert. Der Raketenantrieb landete auf der Erde, die oberste Raketenstufe blieb jedoch im All. Durch „eine Mischung aus Sonnenaktivität und Schwerkraft“ sei das Raketenteil von seinem berechneten Kurs abgekommen, sodass es unbeabsichtigt auf den Mond zusteuerte, sagte die zuständige SpaceX-Direktorin Julianna Scheiman vor dem Aufprall.Lesen Sie auchDie US-Raumfahrtbehörde Nasa sowie die südkoreanische Raumfahrtagentur hatten im Vorfeld angekündigt, mit ihren Weltraumsonden Fotos von der Einschlagstelle aufnehmen zu wollen. Bis zur Übermittlung der Bilder könnte es aber mehrere Tage dauern – eine offizielle Bestätigung von dieser Seite steht also noch aus. Die Nasa will in Zukunft eine Weltraumbasis auf dem Mond errichten. Erkenntnisse über mögliche Kollisionen mit Weltraumschrott sind deshalb wichtig.Auf dem Mond schlagen zwar regelmäßig Meteoriten ein, Kollisionen mit Raketenteilen oder anderem Weltraumschrott sind aber selten. Schätzungen der Europäischen Weltraumbehörde Esa zufolge befinden sich derzeit mehr als 46.000 Teile Weltraumschrott in der Erdumlaufbahn, die zusammen rund 17.000 Tonnen wiegen.Lesen Sie auchKurz vor dem Einschlag des Schrottteils hatte Tech-Milliardär und Space-X-Gründer Elon Musk die Marke von einer Billion Dollar Jahresumsatz für sein Unternehmen in Aussicht. Man rechne damit nun für 2030, ein Jahr früher als zuvor, sagte Musk in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Auch bekräftigte er Pläne, Rechenzentren in die Umlaufbahn zu bringen und über den Satelliten-Internetdienst Starlink großen Telekommunikationsanbietern Konkurrenz zu machen. Die SpaceX-Aktie fiel im frühen US-Handel am Mittwoch dennoch um rund neun Prozent.AFP/nw