Wer heute in Berlin in ein Pflegeheim zieht, zahlt im Schnitt fast 3750 Euro Eigenanteil im Monat – vor sieben Jahren waren es noch rund 1850 Euro. Diese und weitere Zahlen hat der Senat jetzt in einer Antwort auf eine Schriftliche Anfrage von Alexander King (BSW) im Abgeordnetenhaus offengelegt. Titel der Anfrage: „Wer zahlt die Pflegekrise? Belastung von Pflegebedürftigen, Angehörigen und Sozialhilfe in Berlin“.King wollte einen Gesamtüberblick über eine Situation, die er selbst als „prekär" bezeichnet. Die Antwort des Senats vom 30. Juli liefert dafür nach seiner Auffassung reichlich Belege.

Immer mehr Pflegebedürftige, vor allem Hochaltrige

Die Zahl der Pflegebedürftigen in Berlin ist zwischen 2019 und 2023 von rund 158.500 auf knapp 212.000 gestiegen. Das entspricht einem Plus von gut 34 Prozent innerhalb von nur vier Jahren. Besonders stark wächst die Gruppe der über 80-Jährigen: Sie stieg von rund 76.400 auf mehr als 107.900 Menschen. Bei den Pflegegraden manifestiert sich der Trend: Allein die Zahl der Menschen mit Pflegegrad 1, der niedrigsten Stufe, hat sich seit 2019 mehr als verdoppelt.Zugleich bleibt die Zahl derer, die ergänzende Hilfe zur Pflege nach dem Sozialgesetzbuch XII benötigen, weil sie ihre Pflege nicht komplett selbst finanzieren können pro Jahr relativ stabil. Je nach dem, ob man den Stichtag 31. Dezember oder den Jahresverlauf zugrunde legt liegt er bei etwa 17.000 bis 23.000 Personen. Für das Landbedeutet dies trotzdem ein wachsendes finanzielles Problem, wie der nächste Punkt zeigt.