Viele Smartphone-Nutzer gehen davon aus, dass die Freigabe ihres Standorts ausschließlich der jeweiligen App dient. Wer einem Navigationsdienst, einer Wetter-App oder einem QR-Code-Scanner Zugriff auf GPS-Daten gewährt, erwartet meist, dass die Position nur für die Kernfunktion genutzt wird. Doch laut einer Analyse der US-Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF) leiten zahlreiche Software-Entwicklungskits (SDKs) Standortdaten automatisch an Ad-Tech-Systeme weiter. Von dort gelangen die Bewegungsprofile in die Hände von Datenhändlern, die daraus umfassende Überwachungsprofile erstellen.
Wie die EFF-Experten Lena Cohen und Bill Budington darlegen, bildet die Auktionslogik des Online-Marketings – das Real-Time Bidding (RTB) – den zentralen Kanal für diesen Datenabfluss. Sobald eine App die Standortberechtigung auf Betriebssystemebene erhält, greifen auch eventuell eingesetzte SDKs von Drittanbietern darauf zu.
Bei RTB senden Werbenetzwerke Datenpakete an tausende potenzielle Werbekunden. Datenbroker nutzen diese Auktionen laut der Untersuchung gern, um die in den Gebotsanfragen enthaltenen Bewegungsdaten abzufangen. Welches Ausmaß das hat, zeigte das Datenleck des Brokers Gravy Analytics: Viele betroffene Entwickler hatten keine Kenntnis davon, dass ihre Apps als Datenlieferanten dienten.











