Im Herbst 2024 schien die amerikanische Präsidentschaftswahl auf einen Münzwurf hinauszulaufen. Das Datenportal FiveThirtyEight bündelt Umfragen und berechnet daraus Wahlprognosen. Es bezifferte die Siegchancen von Kamala Harris zuletzt auf 50,3 Prozent und die von Donald Trump auf 49,5 Prozent. Auf Polymarket zeichnete sich Ende Oktober ein ganz anderes Bild ab: Dort lag Trump bei rund 62 Prozent Siegeswahrscheinlichkeit. Polymarket ist ein Online-Prognosemarkt, auf dem Nutzer mit echtem Geld auf politische und wirtschaftliche Ereignisse setzen. Wie die US-Wahl ausging, ist bekannt.
In Ungarn zeigte sich dasselbe Muster. Vor der ungarischen Parlamentswahl im April 2026 sah Polymarket Viktor Orbáns Chancen auf einen Verbleib im Amt bei nur noch rund 30 Prozent. Zugleich wurde Péter Magyars Tisza-Partei mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 84 Prozent als stärkste Kraft gehandel. Sie gewann die Wahl deutlich. Unabhängige Institute sahen Tisza acht bis zwölf Punkte vorn, regierungsnahe weiterhin Fidesz. Der Markt gewichtete diese Landschaft richtig und setzte auf den Machtwechsel.
Ähnlich war es bei der Landtagswahl in Brandenburg 2024. Letzte Umfragen sahen die AfD knapp vorn, der Markt setzte auf die SPD. Am Ende erhielt die SPD 30,9 Prozent der Stimmen und die AfD 29,2 Prozent. Der Abstand betrug 1,7 Prozentpunkte.








