Statt im Kino kann man Gus Van Sant Thriller „Dead Man’s Wire“ jetzt wenigstens on Demand sehen. Und das trotz einer eindrucksvollen Nebenrolle Al Pacinos.
Richard Hall (Dacre Montgomery) und Tony Kiritsis (Bill Skarsgård) in „Dead Man’s Wire“
Row K
Die Bilder aus der historischen Wirklichkeit gibt es erst im Abspann. Die Wirklichkeit: Indianapolis, 1977, ein Schuldner nimmt den Präsidenten der Firma, die ihn ruiniert hat, als Geisel, fast drei Tage lang, in aller Öffentlichkeit, das Fernsehen ist die ganze Zeit live dabei. Der besondere Clou: Der Entführer, Tony Kiritsis, hat eine Konstruktion zusammengebastelt, mit einer Drahtschlinge und einem Gewehr, die so funktioniert, dass das Gewehr, würde der mit dem Entführten verdrahtete Tony niedergeschossen, von selbst ausgelöst wird: das Dead Man’s Wire, der Titel des Films.
Und so zog Tony Kiritsis, nicht alles lief ganz nach Plan, mit der Geisel durch die Straßen von Indianapolis, die Polizei hinterher, die Medien auch hinterher, live übertragen, ein Fall, der in den USA fast so viel Aufsehen erregte wie in Deutschland das Geiseldrama von Gladbeck; der auch zu Diskussionen geführt hat, wie sich die Live-Medien verantwortungsvoller bei einem solchen Drama verhalten. Vor acht Jahren entstand eine Dokumentation – „Dead Man’s Line“ –, die den Fall mit viel Archivmaterial rekonstruierte.






