Der ehemalige Weltfußballer Luis Figo fordert das Ende der FIFA-Präsidentschaft von Gianni Infantino. „Ich könnte 10 000 Wörter über die Probleme bei der Fifa schreiben. Doch die Lösung lässt sich auf drei Worte reduzieren: Infantino muss gehen“, schrieb der ehemalige portugiesische Nationalspieler in einem Gastbeitrag für die Daily Mail in England.„Gianni Infantino hat das Amt des Fifa-Präsidenten, das er nach eigenen Worten aufwerten wollte, in Misskredit gebracht. Er hat gelogen, getäuscht und versucht, sich auf Kosten des Spiels, dem er eigentlich dienen sollte, selbst und seinen Vertrauten Vorteile zu verschaffen“, meinte Figo. „Für die Wahrung seiner Würde ist es zu spät. Doch für die Rettung des Fußballs ist es noch nicht zu spät. Er sollte gehen. Jetzt.“Infantino hat erst unter massivem Druck Pläne wieder zurückgezogen, WM-Rechte an private Investoren zu verkaufen. Der Schweizer muss mittlerweile sogar um sein Amt bangen.„Ich liebe den Fußball mein ganzes Leben lang. Ich war 20 Jahre lang Profifußballer. Und glauben Sie mir: In dieser Zeit bin ich im Fußball einigen zwielichtigen Gestalten begegnet“, schrieb Figo weiter. „Doch was in den vergangenen zehn Tagen ans Licht gekommen ist, ist das niederträchtigste, betrügerischste und feigste eigennützige Verhalten, das ich je erlebt habe.“Der Weltfußballer von 2001 arbeitet selbst als Berater für die Europäische Fußball-Union Uefa, die Infantino scharf kritisiert. Figo wollte sich 2015 als Gegenkandidat des damaligen Fifa-Präsidenten Joseph Blatter bewerben, zog seine Kandidatur dann aber zurück. Nach dem Rücktritt Blatters hatte er Infantino unterstützt.„European Leagues“ positioniert sich klar gegen WM mit 64 MannschaftenDie Organisation European Leagues hat derweil die von der Fifa in Auftrag gegebene Analyse zur WM-Aufstockung auf 64 Mannschaften harsch kritisiert. „Wie schon beim gescheiterten FFE-Projekt sieht auch dieser neue Vorschlag einen unrealistisch kurzen Bewertungszeitraum (nur vier Wochen) vor und verzichtet gänzlich auf eine Konsultation der Ligen, Vereine und Spieler, deren Planung und Lebensgrundlage am stärksten betroffen wären“, hieß es in der Stellungnahme des Verbandes, der Profi-Ligen in Europa repräsentiert.Es dürfe der Fifa „nicht gestattet werden, weiterhin einseitig disruptive Entscheidungen zu treffen, die den Ligen, Vereinen, Spielern und Fans zuwiderlaufen, deren anhaltende Bemühungen und Investitionen den Wert internationaler Fußballwettbewerbe ausmachen“. Parallel zu den gescheiterten Investoren-Plänen hatte der Weltverband auch den Druck in Sachen Aufstockung der Weltmeisterschaft auf 64 Teams erhöht.Wie unter anderem der Guardian berichtete, will der Weltverband die Auswirkungen einer weiteren Ausweitung in kürzester Zeit untersuchen lassen. Demnach soll ein unabhängiges Unternehmen damit beauftragt werden, das bis zum 14. August ausgewählt werden soll. Bereits am 11. September soll das Ergebnis der Untersuchung vorliegen. Gianni Infantino hatte bereits während des Turniers in den USA, Mexiko und Kanada eine weitere Vergrößerung des Teilnehmerfeldes in Aussicht gestellt.„Mehr denn je benötigt die Fifa nun eine Reform ihrer Führungsstrukturen, die sicherstellt, dass alle relevanten Interessengruppen eine formelle Rolle bei Entscheidungen spielen, die die Zukunft unseres Sports gestalten“, schrieb European Leagues weiter: „Solange keine Reformen stattfinden, einschließlich einer rechtsverbindlichen Einbindung aller relevanten Akteure des Fußballs, wird die European Leagues die Erweiterung oder Schaffung von Fifa-Wettbewerben ablehnen.“
Figo fordert Infantinos Rücktritt – Europäische Ligen kritisieren Fifa
Der ehemalige Weltklassefußballer attackiert den aktuellen Fifa-Präsidenten. Die Vereinigung der europäischen Profi-Ligen lehnt eine WM-Aufstockung auf 64 Teams ab.











