Die Luft steht, das T-Shirt klebt schon nach wenigen Schritten. 31 Grad zeigt das Thermometer an diesem Mittwoch, und nachts kühlt es kaum unter 20 Grad ab. Dazu kommt eine Luftfeuchtigkeit von rund 80 Prozent am Morgen. Das Ergebnis: ein schwüles, fast tropisches Klima, wie man es sonst eher aus südlicheren Gefilden kennt – mit Folgen für Körper, Kreislauf und auch die Nerven der Berliner.Die entscheidende Kennziffer für die drückende Schwüle und das bleischwere Gefühl ist der sogenannte Taupunkt. Er gibt an, bei welcher Temperatur die Luft komplett mit Wasserdampf gesättigt wäre und Nebel entstehen würde. Aktuell liegt dieser Wert in Berlin bei rund 19 bis 20 Grad.Ab einem Taupunkt von 16 bis 17 Grad sprechen Meteorologen von schwülem Wetter, ab 18 Grad von tropischen Verhältnissen, ab 21 Grad von „sehr schwül“, jenseits der 24-Grad-Marke gilt die Luft als nahezu unerträglich. Berlin bewegt sich also mitten in jener Zone, in der Fachleuten zufolge der Schweiß auf der Haut stehen bleibt, ohne wirklich zu kühlen, weil die Luft die Feuchtigkeit nicht mehr aufnehmen kann. Das bleibt nicht ohne Folgen.
Tropische Phasen nehmen in Berlin zu
Noch sind derart tropische Phasen in Berlin die Ausnahme, nicht die Regel wie in Teilen der südlichen Hemisphäre. Prognosen zufolge dürften sie jedoch in Zukunft häufiger auftreten. Die Zahl der Tage mit mindestens 30 Grad hat sich in Deutschland seit den Fünfzigerjahren laut Deutschem Wetterdienst (DWD) von durchschnittlich vier auf zwölf pro Jahr verdreifacht. Auch die nächtlichen Tiefsttemperaturen steigen. Der Körper steht unter Dauerstress.Auch wenn der Organismus trotz Schwitzens nicht abkühlt, verliert er wichtige Mineralstoffe wie Natrium und Magnesium. Gleichzeitig weiten sich die Blutgefäße, der Blutdruck sinkt, das Herz muss mehr leisten, um den Kreislauf stabil zu halten. Kopfschmerzen können die Folge sein, Schwindel, Konzentrationsprobleme und ein Gefühl dauerhafter Erschöpfung. In schweren Fällen droht ein lebensbedrohlicher Hitzschlag: Bei einer Körperkerntemperatur von mehr als 40 Grad kann das körpereigene System zur Wärmeregulierung vollständig versagen.







