Venedig ist eine Tanzstadt, auch wenn kaum jemand die Serenissima als Hotspot der Bewegungskunst auf dem Schirm hat. In diesem Sommer ist das anders: Unter Riesenandrang bespielt die Choreografin Florentina Holzinger samt Wasseramazonen-Geschwader tagtäglich den österreichischen Biennale-Pavillon in den Giardini. „Seaworld Venice“ à la Holzinger, das sind zwei Scheißhäusl, ein Klärwerk plus eine Handvoll Nackt-Alpinistinnen, die an einer Art Metallmarterpfahl herumkraxeln. Die Installation müffelt gerade so wie die Kanäle ringsum bei 40 Grad im Schatten. Bleibt die Flucht ins Theater, wo die Biennale Danza unter der gerade verlängerten Direktion des Tanzdesigners Wayne McGregor zum Festivalfinale mit dem Debüt einer neuen Ballettcompagnie einheizt, der WINN-Dance Company.
John Neumeier in Venedig: Tanz mit Reifesiegel
Neumeiers Stück enthält ein 40-plus-Ensemble. Die Zeiten, in denen ältere Tänzer aufs Abstellgleis kamen, sind vorbei.










