Ein von künstlicher Intelligenz (KI) gesteuerter Einkaufsassistent darf künftig voraussichtlich doch auf der Plattform des Online-Handelsriesen Amazon eingesetzt werden. Ein US-Berufungsgericht hob ​am Dienstag ein vorläufiges Verbot auf, das dem Unternehmen Perplexity den Einsatz seines KI-Agenten bei ‌Amazon untersagt hatte. Das Gericht in San Francisco erklärte, dass Amazon mit seiner Klage wegen eines mutmaßlichen Verstoßes gegen ein US-Gesetz zur Computerkriminalität wahrscheinlich keinen Erfolg haben werde.Amazon hatte Perplexity im November vergangenen Jahres verklagt. Der Onlinehändler warf ‌dem KI-Entwickler vor, über seinen ​Browser Comet und den dazugehörigen KI-Agenten ‌heimlich auf private Kundenkonten zuzugreifen, um im Namen der ‌Nutzer Bestellungen aufzugeben. ​Dies stelle ein Sicherheitsrisiko dar. Ein Bundesrichter blockierte Perplexity daraufhin im März vorübergehend. Das KI-Start-up wies ​die Vorwürfe zurück. Perplexity warf ⁠Amazon vor, Nutzer von der ​KI ​abhalten zu wollen, weil diese die allgegenwärtige Werbung auf der Plattform nicht wahrnehme.

Amazon prüft weitere rechtliche SchritteDas Bundesberufungsgericht entschied nun, dass Perplexity nicht selbst auf die Amazon-Plattform zugegriffen ​hätte. Da die Nutzer den KI-Agenten selbst auf die Seite lenken, liege damit ‌kein unbefugter Zugriff auf Computer und Daten vor. Dieses Urteil ist das Erste zu der Frage, ob KI-Agenten im Auftrag von ​Nutzern legal auf Onlineplattformen zugreifen dürfen.