Für den Fall einer Rückkehr zur Wehrpflicht trifft die Bundesregierung Vorkehrungen, auch den Zivildienst wieder zu aktivieren. Das Familienministerium befragte nach eigenen Angaben vorsorglich 23 große Verbände, ob Plätze für etwaige Wehrdienstverweigerer zur Verfügung stünden. Sozialverbände reagieren zunächst skeptisch und stellen Bedingungen für eine mögliche Wiedereinführung.
»Ein Zivildienst müsste mindestens neun, besser zwölf Monate lang sein, damit die jungen Menschen auch die Chance haben, etwas zu lernen und eine Verbindung zu ihrer Aufgabe herzustellen«, sagte der ASB-Bundesvorsitzende Knut Fleckenstein den Zeitungen der Funke Mediengruppe.Außerdem müsste der Qualifizierungsanteil deutlich erhöht werden, forderte der ASB-Chef. »Ohne echte Qualifizierung und mit kürzerer Dauer sitzen die Leute nur ihre Zeit ab, das ist weder in ihrem Interesse noch in unserem.« Wichtig wäre zudem die freie Wahl der Einsatzstelle und eine Anrechnung bereits geleisteter Freiwilligendienste.
Forderungen nach Kostenübernahme des BundesDer ASB habe grundsätzlich gute Erfahrungen mit freiwilligen Diensten gemacht, betonte Fleckenstein. Deshalb sei sein Verband kein Anhänger von Zivil- und Ersatzdienst. Wichtig sei zudem, dass der Bund den Großteil der Kosten übernehmen würde. »Ein neuer Zivildienst darf nicht zulasten der Einrichtungen gehen«, so der ASB-Bundesvorsitzende.Auch der Präsident Hermann Gröhe des Deutschen Roten Kreuzes verwies darauf, dass die Finanzierung geklärt und die notwendige Zeit für die Vorbereitungen gegeben sein müssten. Er forderte für den Fall einer Wiedereinführung der Wehrpflicht eine vorausschauende Planung auch für den Zivildienst.










