Die Bundesregierung lotet einem Zeitungsbericht zufolge Alternativen zu einem Börsengang des deutsch-französischen Panzerbauers KNDS aus. ‌Für den Fall, dass die Bedingungen für ein Börsendebüt von KNDS auch im September nicht besser seien, werde auch eine komplette Verstaatlichung des Unternehmens diskutiert, berichtete das „Handelsblatt“ am Dienstag unter Berufung auf Regierungskreise. „Das könne dem Unternehmen erst einmal Sicherheit geben“, hieß es in dem Bericht. Deutschland und ​Frankreich würden dann jeweils 50 Prozent der Anteile halten.Ein Sprecher der Bundesregierung wollte ‌sich nicht zu laufenden Prozessen und Verhandlungen äußern. Das CDU-geführte Wirtschaftsministerium ​teilte auf Anfrage ‌mit, Deutschland habe nach wie vor Interesse an einem zeitnahen Gang aufs Parkett und einem Einstieg des Bundes bei KNDS und wolle am im Juni vereinbarten Vorgehen festhalten. Beide Staaten hätten sich Mitte Juli im Rahmen des Deutsch-Französischen ‌Verteidigungs- und Sicherheitsrates uneingeschränkt zu den zuvor getroffenen Vereinbarungen bekannt.

Bisher ist geplant, dass bei dem Börsengang 20 Prozent der Anteile – je 10 Prozent aus deutscher und ‌französischer Hand – bei Investoren platziert werden. Der ​Bund sollte im Zuge dessen mit 40 ‌Prozent einsteigen, so dass er auf ebenso viele Anteile käme ‌wie der ​französische Staat. Nach den vom „Handelsblatt“ berichteten Überlegungen könnten die ausstiegswilligen Familien bei einer Verstaatlichung eine Rückkaufoption für 20 ​Prozent erhalten, um diese zu einem späteren ⁠Zeitpunkt an die Börse zu bringen.Die Familien ​als ​auch KNDS wollten sich nicht äußern.