Der Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo weitet sich immer mehr aus. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind inzwischen 49 Gesundheitszonen in fünf Provinzen betroffen: Ituri, Nord-Kivu, Süd-Kivu, Haut-Uélé und Tshopo. Seinen Ursprung nahm das Bundibugyo-Virus Mitte Mai in der Gesundheitszone von Mongbwalu in der Provinz Ituri im Nordosten des Landes. Bis Ende Juli wurden 3605 bestätigte Fälle gemeldet, 1587 Patienten starben.Damit ist dieser Ausbruch die bisher größte Ebola-Epidemie, die jemals in Kongo gemeldet wurde. Einige Fälle traten zunächst auch im benachbarten Uganda auf, der letzte Fall dort wurde allerdings im Juni registriert. Am 28. Juli erklärte das Gesundheitsministerium Ugandas das Ende des Ausbruchs im Land, nachdem es wie vorgeschrieben 42 Tage lang keinen neuen bestätigten lokal übertragenen Fall gegeben hatte.In einer Woche 567 Neuerkrankungen und 296 TodesfälleSorgen bereitet der WHO, dass sich die Übertragung in Kongo über die Provinzgrenzen zuletzt noch weiter beschleunigt hat. So wurden der Weltgesundheitsorganisation in der letzten vollständigen Berichtswoche im Juli allein 567 bestätigte Neuerkrankungen und 296 Todesfälle gemeldet. Weiterhin gilt die von der WHO am 17. Mai erklärte gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite, wie auch schon bei den Ausbrüchen 2019 in Kongo und 2014 in Westafrika. Der aktuelle Ausbruch wird allerdings durch den seltener auftretenden Virusstamm Bundibugyo verursacht, der erst seit 2007 bekannt ist.Gegen das Bundibugyo-Virus gibt es noch keine zugelassenen Medikamente und auch keinen Impfstoff. Im Ausbruchsgebiet ist aber eine Behandlungsstudie mit vielversprechenden Substanzen angelaufen, ein Impfstoffkandidat wird seit ein paar Wochen in einer Phase-1-Studie getestet. Unklar ist, ob der 2019 gegen den sogenannten Zaire-Stamm von Ebola zugelassene Impfstoff VSV-Ebov auch einen gewissen Schutz gegen den Bundibugyo-Stamm bietet.Auch deutsche Wissenschaftler an Impfstoffentwicklung beteiligtVSV-Ebov war auch unter der Mitwirkung von deutschen Wissenschaftlern wie der Infektiologin Marylyn Addo vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf entwickelt worden. Anlass war der große Ebola-Ausbruch von 2014 bis 2016, den der Zaire-Stamm verursacht hatte. Damals wurden 28.639 Fälle gemeldet, 11.316 Erkrankte starben. Die Epidemie begann im Südosten Guineas und breitete sich in die Nachbarländer Sierra Leone, Liberia, Nigeria, Mali und Senegal aus. Im September wurde erstmals ein Fall von Ebolafieber außerhalb Afrikas nachgewiesen, in den Vereinigten Staaten, wenig später dann auch in Spanien und im Vereinigten Königreich.Die beiden Amerikaner, die sich im Mai bei ihrem Hilfseinsatz im Ausbruchsgebiet mit dem Bundibugyo-Virus infiziert hatten, sind beide genesen. Sie waren erkrankt nach Deutschland ausgeflogen worden und in der Universitätsmedizin Berlin, der Charité, sowie im Universitätsklinikum Frankfurt behandelt worden. Die Fallsterblichkeit bei Ebola hängt maßgeblich davon ab, wie gut die medizinische Behandlung ist. Die Letalität ist beim Bundibugyo-Virus etwas geringer als beim Zaire-Stamm.Auch der Bundibugyo-Patient in Frankreich konnte Anfang Juli die Klinik verlassen. Der Fall war am 24. Juni gemeldet worden, bei dem Mann handelte es sich ebenfalls um einen Arzt, der aus Kongo zurückgekehrt war und dann in Frankreich erste Symptome gezeigt hatte und positiv getestet wurde. Er war laut dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) der erste in Europa registrierte Fall seit Beginn der aktuellen Epidemie.Nach den Bundibugyo-Ausbrüchen in den Jahren 2007 und 2012 wurde die Fallsterblichkeit mit etwa 30 bis 40 Prozent angegeben. Beim ersten Ausbruch im Distrikt Bundibugyo im Westen Ugandas wurden 131 Fälle gemeldet, 39 Personen starben. Beim zweiten fünf Jahre später gab es in Kongo 38 laborbestätigte Fälle, 13 Patienten starben. Aktuell liegt die Letalität bei dem bisher größten Bundibugyo-Ausbruch bei rund 44 Prozent.
Mehr als 1580 Tote: Kongo erlebt seine bislang größte Ebola-Epidemie
Ebola breitet sich in Kongo immer schneller aus. In fünf Provinzen wurden Fälle registriert. Im Land ist aber eine Studie mit vielversprechenden Substanzen angelaufen.







