Die Europäische Union hat der spanischen Regierung nach dem massenhaften Ansturm von Migranten auf die Exklave Ceuta ihre Unterstützung ausgesprochen. „Die EU steht geschlossen hinter Spanien und ist bereit, das Land zu unterstützen“, sagte der irische Innenminister Jim O'Callaghan nach einem virtuellen Treffen der EU-Innenminister am Dienstagvormittag laut Mitteilung. Irland hat derzeit den Ratsvorsitz inne. Die Minister würdigten demnach auch die raschen und wirksamen Bemühungen der spanischen Behörden bei der Bewältigung der Lage in Ceuta.Das Treffen der EU-Innenminister war kurzfristig anberaumt worden, nachdem in der vergangenen Woche Zehntausende Migranten versucht hatten, über die spanische Exklave Ceuta in die EU zu kommen. Bei den Beratungen legten die spanische Delegation, die Europäische Kommission und der Europäische Auswärtige Dienst ihre Einschätzung der Ereignisse der vergangenen Tage sowie der aktuellen Lage in Ceuta dar.Spaniens Innenminister verteidigt das Vorgehen„Die Außengrenzen der EU liegen in unserer gemeinsamen Verantwortung, und die Migrationsfrage erfordert eine einheitliche europäische Antwort“, sagte O'Callaghan laut Mitteilung weiter. Demnach herrschte Einigkeit darüber, dass man die „Bekämpfung von Schleusernetzwerken unermüdlich“ fortsetzen, Rückführungen verstärken und die EU-Grenzen stärker sichern müsse. Dabei sei es auch wichtig, frühzeitig Informationen zu gewinnen. Die Minister einigten auf den Ausbau von Frühwarnsystemen, etwa durch die Überwachung sozialer Medien.Die Mitgliedstaaten betonten auch, dass man die Zusammenarbeit mit Drittstaaten ausbauen müsse, um den „Menschen in ihren Heimatländern angemessene Perspektiven“ zu bieten und das Migrationsmanagement zu stärken. Nicht zuletzt müsse die Kommunikation in Krisenzeiten verbessert werden, auch um Desinformation entgegenzuwirken.Spaniens Innenminister Fernando Grande-Marlaska bei einer Pressekonferenz nach der Sondersitzung in Madrid am DienstagEPADer spanische Innenminister Fernando Grande-Marlaska äußerte sich nach der Videokonferenz in Madrid gegenüber Journalisten zufrieden mit dem Ergebnis. Alle europäischen Partner hätten das „effektive“ Vorgehen der spanischen Regierung in Ceuta anerkannt, wohin 72.000 Marokkaner und Migranten geströmt waren. Nach seinen Angaben sind 70.000 wieder zurückgekehrt. „Der Schengenraum war niemals in Gefahr“, sagte er. Niemand könne Ceuta „ohne effektive Dokumentenkontrolle verlassen“.Wie der Rat weiter mitteilte, sei die überwiegende Mehrheit der Menschen, die illegal die Grenze überquert haben, zurückgeführt worden. Es habe laut spanischen Behörden und der EU-Kommission keine Weiterreise auf das spanische Festland oder in andere Mitgliedstaaten gegeben. Der Rat bekundete sein Beileid angesichts der Dutzenden Ertrunkenen. Dem Regionalpräsidenten von Ceuta zufolge sind bei dem Versuch, schwimmend nach Ceuta zu kommen, mindestens 88 Menschen ums Leben gekommen. In Ceuta halten sich weiterhin mehrere Tausend Migranten und Flüchtlinge auf, deren Asylantrag noch geprüft werden muss.
EU-Innenminister stellen sich nach Ansturm auf Ceuta hinter Spanien
Der spanische Innenminister verteidigt das Vorgehen in Ceuta vor seinen EU-Amtskollegen. Die stellen sich nach den jüngsten Attacken gegen Spanien nun hinter die Regierung in Madrid.











