Eine Konsumeinheit Kokain kostet heute in Deutschland so viel wie ein kleines Bier. Etwa 1,40 bis 3,40 Euro sind für eine sogenannte Line zu zahlen, der Straßenpreis für ein Gramm liegt bei rund 68 Euro. Diese Zahlen allein beschreiben einen dramatischen Wandel auf dem Drogenmarkt und seine Folgen reichen weit in die Mitte der Gesellschaft.
Konsum quer durch alle Schichten
Daten der European Union Drugs Agency (EUDA) und des Bundeskriminalamts (BKA) zeigen: Seit 2014 ist der reale Preis für Kokain in Europa kontinuierlich gesunken, während die Reinheit des Stoffs im gleichen Zeitraum stark gestiegen ist.
Lag sie früher häufig unter 50 Prozent, beträgt sie heute im europäischen Durchschnitt rund 70 Prozent – in Einzelfällen sogar bis zu 90 Prozent. Für Konsumierende bedeutet das ein erhebliches gesundheitliches Risiko: Wer gewohnte Mengen konsumiert, nimmt dabei unbemerkt eine deutlich höhere Wirkstoffdosis auf. Herzinfarkte und Schlaganfälle können die Folge sein.
Das Bild der „Schickeria-Droge“, die exklusiv in bestimmten Milieus zirkuliert, ist empirisch längst überkommen. Abwasseranalysen und repräsentative Studien belegen: Kokain wird in Deutschland über alle Einkommens-, Bildungs- und Sozialschichten hinweg konsumiert – und zunehmend auch außerhalb der Großstädte. Besonders deutlich fällt die Entwicklung bei jungen Erwachsenen aus, wie das ARD-Portal Quarks auf Instagram vermeldete: Bei den 18- bis 25-Jährigen hat sich der Konsum innerhalb von zehn Jahren mehr als verdreifacht, wie das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit in seiner Drogenaffinitätsstudie 2026 festhält.






