Der russische Oppositionspolitiker und Kriegsgegner Boris Nadeschdin hat nach einer zwischenzeitlichen Festnahme in Moskau nun seine Heimat verlassen. »Es gibt gute Neuigkeiten. Ich bin am Leben und in Freiheit«, sagte er in einem bei Telegram veröffentlichten Video, aufgenommen vor dem Eiffelturm in Paris.

Er wolle sehen, wie es weitergehe, und später über seine Pläne informieren. Dutzende russische Oppositionelle leben wegen politischer Verfolgung in Russland unter Machthaber Wladimir Putin im Exil im Ausland.Nadeschdin hatte zuletzt auch erklärt, seinen Kampf um die Teilnahme an der Parlamentswahl in Russland im September aufzugeben. Nach einer zeitweiligen Festnahme erklärte er im Juli, dass er seine Anhänger nicht unnötig in Gefahr bringen wolle und deshalb verzichte. Er machte außerdem deutlich, dass er mit dem Gedanken spiele, aus Gründen seiner eigenen Sicherheit Russland zu verlassen.

Nadeschdin hatte das Protokoll seiner jüngsten Vernehmung auf seinem Telegram-Kanal veröffentlicht. Demnach wird ihm vorgeworfen, ein Video mit dem Bild des im Straflager zu Tode gequälten Kremlkritikers Alexej Nawalny weiterverbreitet zu haben. Damit habe der Oppositionelle auf die als extremistisch verbotene Organisation von Nawalny verwiesen, hieß es. »Was mir vorgeworfen wird, habe ich nicht getan«, schrieb Nadeschdin.