PfadnavigationHomeIconHaute JoaillerieJetset, Côte d'Azur und Diamanten – Piaget inszeniert den Sommer der SuperlativeVon Silke BenderStand: 09:46 UhrLesedauer: 4 MinutenPiaget präsentierte die Haute Joaillerie Kollektion „Colours of Extraleganza“ in der Villa Cypris in Roquebrune-Cap-MartinQuelle: PIAGETMit der Haute-Joaillerie-Kollektion „Colours of Extraleganza“ erinnert Piaget an den Mythos der Côte d'Azur – und an jene Epoche, in der auch das Schweizer Unternehmen zum Darling eines neuen Jetsets wurde.Kaufhauserbin Cyprienne Dubernet starb 1945 als eine der reichsten Frauen Frankreichs. Ihr Aufstieg begann als Korsettverkäuferin – und sie hatte extravagante Vorstellungen, nicht nur von der Architektur des weiblichen Körpers: Ihre neo-byzantinische Villa Cypris von 1904 in Roquebrune-Cap-Martin mit exotischem Garten ließ keine Wünsche offen. Vom Klostergang mit Panoramablick hoch über den Klippen beobachtete die Bauherrin einst die Törns ihrer Tochter Virginie Hériot auf dem Mittelmeer. Die Olympiasiegerin von 1928 war damals Frankreichs berühmteste Seglerin und Society-Liebling. Ein passender Ort, um das letzte Kapitel der Extraleganza-Trilogie von Piaget zu präsentieren.„Wir sind eine der Ersten, die den Schlüssel zu dieser sagenumwobenen Location bekamen“, sagt Benjamin Comar, seit fünf Jahren CEO von Piaget, nicht ohne Stolz. Denn so transparent die illustre Vergangenheit berühmter Villen beziehungsweise Architekturdenkmäler an der Côte d’Azur sind, so opak ist deren Gegenwart. Die meisten der heutigen Besitzer verstecken sich hinter meterhohen Eingangstoren und anonymen Offshore-Gesellschaften. „Wir möchten unsere Gäste nicht nur eine besondere Kollektion, sondern auch einen erhabenen Ort entdecken lassen, der nicht jedem offensteht.“Lesen Sie auchDie aktuelle, expressiv bunte Haute-Joaillerie-Kollektion schlägt eine Brücke in jene Jahrzehnte, in denen die Maison zu ihrem Stil fand. Die späten 1960er bis 1980er Jahre waren für das 1874 im Schweizer Jura gegründete Uhrenhaus eine Zeit des Aufbruchs. Farbige Edelsteine, gravierte Goldoberflächen, Schmuckuhren, ungewöhnliche Materialkombinationen und zeitgenössische Silhouetten unterschieden Piaget von vielen Wettbewerbern und sprachen eine neue Klientel an.Der Mastermind dahinter war Yves Piaget. Als Vertreter der vierten Familiengeneration machte er ab 1972 aus einer angesehenen Uhrenmanufaktur eine internationale Schmuckmarke mit gesellschaftlichem Profil, die unter seiner Ägide zum Darling des Jetsets von der amerikanischen Westküste bis Monte Carlo aufstieg. Er pflegte enge Beziehungen zu Persönlichkeiten wie Andy Warhol, Salvador Dalí, Ursula Andress, Jacqueline Kennedy Onassis, Elizabeth Taylor, Roger Moore zum monegassischen Fürstenhaus. „Yves verstand es, mit Festen und Events vor allem an der Côte d’Azur eine neue, heterogene Society zusammenzuführen, in der sich Künstler, Unternehmer, Schauspieler, Aristokraten und Stilikonen begegneten. Er liebte interessante Menschen, egal, woher sie kamen, erzählt Monsieur Comar. „Dass er die zweite Boutique nach Genf in Monte-Carlo eröffnete, ist kein Zufall.“ Lesen Sie auchDas Unternehmen gehört seit 1988 zum Richemont-Konzern. Yves Piaget selbst, Jahrgang 1941, ist dem Haus als Botschafter verbunden, lebt in Monaco und widmet sich weiterhin seiner großen Leidenschaft: Rosen. Er engagiert sich noch immer für die „Roseraie Princesse Grace“ und den internationalen Rosenwettbewerb. Zum 200. Todestag von Kaiserin Josephine 2014 hatte Piaget auf seine Initiative hin die Renovierung des historischen Rosengartens mit 750 Sorten in ihrem Schloss Malmaison gesponsort. Die Piaget-Rose hat eine faszinierende Blüte, einen betörenden Duft und eine philosophische Eigenheit: Im Beet entfaltet sie sich groß, sobald man sie abschneidet, duftet sie extra stark und welkt dann innerhalb kürzester Zeit. Im Gegensatz dazu steht die Unvergänglichkeit der Juwelen und ihre Botschaft: Die neue Kollektion greift den hedonistischen Optimismus jener Jahre auf.Die neue Piaget-Society von 2026, die sich in der Villa Cypris versammelte, ist eindeutig eine andere. Unter den rund 150 Gästen am Abend waren vor allem Asiaten anwesend. Die indische Bollywood-Schauspielerin und Stilikone Ananya Panday ist neue Markenbotschafterin. Der thailändische Schauspieler und „KinnPorsche“-Star Apo Nattawin vertritt die Maison seit zwei Jahren und steht für die neue T-Welle, die neben der K-Welle aus Südkorea heranschwappt. Analysten gehen davon aus, dass Piaget bis zu 60 Prozent seines Umsatzes in Asien erwirtschaftet. Was aber alle „Very Important Customers“ eint, damals wie heute, sei die Sehnsucht nach magischen Momenten, ist sich der CEO sicher. Die nüchterne Erkenntnis, dass Schmuck ein gutes Investment ist, gehört zwar auch zu den Umsatztreibern der Branche. Aber unbezahlbar sind Momente wie der, auf der Terrasse der Villa Cypris zu stehen, glücklich gesättigt vom Dinner des Drei-Sterne-Koch Mauro Colagreco aus Menton zu sein, den Blick über das Mittelmeer und Träume schweifen zu lassen.
Haute Joaillerie: Jetset, Côte d'Azur und Diamanten – Piaget inszeniert den Sommer der Superlative - WELT
Mit der Haute-Joaillerie-Kollektion „Colours of Extraleganza“ erinnert Piaget an den Mythos der Côte d'Azur – und an jene Epoche, in der auch das Schweizer Unternehmen zum Darling eines neuen Jetsets wurde.






